Fiasko in München

Deutsche Medien zerfetzen den FC Bayern

Fußball
04.11.2009 14:58
Das Starensemble des FC Bayern muss sich nach der blamablen 0:2-Heimniederlage am Dienstag gegen Girondins Bordeaux mit dem Gedanken anfreunden, nach der Gruppenphase nicht mehr in der Champions League mitzumischen. In München brennt also der Hut, dementsprechend schonungslos gingen die deutschen Medien mit dem "FC Hollywood" ins Gericht. Die "Bild" schreibt etwa: "Katastroph-gaal. Die Bayern stümpern sich zwei Deppen-Tore rein und sind fast raus aus der Champions League!"

Im "Stern" ist zu lesen: "Das Münchner Starensemble agierte beinahe über die gesamten 93 Minuten ohne Selbstbewusstsein. Eine Charaktereigenschaft, die vor allem in der Königsklasse des Fußballs nötig ist, weil man dort eben nicht auf zitternde Mauertruppen wie Eintracht Frankfurt trifft. Das Spiel gegen Bordeaux macht nicht eben Hoffnung, dass schon in naher Zukunft Besserung in Sicht sein wird."

Keine Leidenschaft, kein Tempo
Die "Süddeutsche" würde angesichts der unterirdischen Leistung am liebsten ein neues Wort erfinden: "Gäbe es das Wort unterragend, dann müsste man es auf die Leistung der Bayern anwenden." Im "Spiegel" heißt es: "Van Gaals Team offenbarte erneut erschreckende Schwächen - und ist nun endgültig im europäischen Mittelmaß angekommen. Zu den besten Mannschaften gehören die Bayern schon lange nicht mehr." Ähnlich sieht es die "Frankfurter Allgemeine Zeitung": "Keine Leidenschaft, keine Tempo. Die Bayern sind wohl keine Champions. Und müssen sich darauf einstellen, zum zweiten Mal nach der Saison 2002/2003 in der Gruppenphase auszuscheiden."

Etwas diplomatischer gibt sich die "Financial Times Deutschland": "Nach der 0:2-Niederlage gegen Bordeaux steht der FC Bayern vor dem frühen Aus in der Champions League. Die Zukunft von Trainer Louis van Gaal in München ist ungewiss." Und in der "Zeit" wird klargestellt: "Nach einem schockierenden 0:2 gegen Girondins Bordeaux steht der FC Bayern München kurz vor dem K.o. Beim verzweifelten Aufbäumen nach der Pause verpasste der lange Zeit desaströs aufspielende FC Bayern mehrfach den möglichen Ausgleichstreffer."

Bordeaux ging in der 38. Minute durch einen Kopfball von Yoann Gourcuff in Führung. Bayerns Tormann Hans-Jörg Butt sah bei dem Treffer nicht gut aus. Nach dem Seitenwechsel warfen die Münchner alles nach vorn, Arjen Robbens (62.) Schuss strich knapp am langen Eck vorbei. In der 90. Minute besiegelte Marouane Chamakh mit seinem Tor das Schicksal der Münchner. Gruppen-Gegner Juventus Turin - ÖFB-Goalie Alexander Manninger saß auf der Bank - hatte Salzburg-Bezwinger Maccabi Haifa im Griff, Mauro Camoranesi (45.) erzielte das Goldtor.

ManU, Porto, Chelsea und Bordeaux im Achtelfinale
Während die Bayern Achtelfinale fast schon abschreiben können, haben Bordeaux, der FC Porto, Manchester United und Chelsea den Aufstieg bereits geschafft. Manchester United trat gegen ZSKA Moskau aufgrund einiger Verletzungen und der Schonung von zum Beispiel Jungpapa Wayne Rooney, der erst in der 58. Minute eingewechselt wurde, mit einer verstärkten B-Elf an, im Sturm standen Federico Macheda und Michael Owen. Die Engländer spielten sich zwar einige Chancen heraus, die Tore erzielten jedoch zuerst die Russen. Alan Zagojew (25.) brachte die Gäste in der 26. Minute mit einem Schuss aus spitzem Winkel in Führung. ManU antwortete mit wütenden Angriffen, die durch den Ausgleich von Michael Owen (30.) belohnt wurden.

Milos Krasic (31.) brachte ZSKA aber nur wenige Augenblicke später in Führung. Unmittelbar nach der Pause nutzte Wassilij Beresuzki die Unzulänglichkeiten in der Abwehr der Heimmannschaft und erhöhte per Kopf auf 1:3. Manchester erhöhte den Druck, Paul Scholes (84.) erzielte den Anschlusstreffer, Antonio Valencia (92.) in der Nachspielzeit den Ausgleich. Manchester ist in der Champions League seit 23 Heimspielen ungeschlagen.

Wolfburg vor Einzug ins Achtelfinale
CL-Neuling VfL Wolfsburg stieß das Tor zum Achtelfinale der Königsklasse mit einem 3:0-Sieg bei Besiktas Istanbul weit auf. Die Wolfsburger festigten ihren zweiten Platz in der Vorrundengruppe B und haben das Erreichen der K.o.-Runde in den verbleibenden zwei Spielen selbst in der Hand. Ein frühes Tor von Spielmacher Zvjezdan Misimovic (14. Minute) sowie die Treffer von Christian Gentner (80.) und Edin Dzeko (87.) bescherten den Wolfsburgern den zweiten Sieg im laufenden Wettbwerb.

Remis zwischen Real und Milan
Die zuletzt wenig erfolgsverwöhnte Mannschaft von Real Madrid ging im Schlager der Gruppe C in Mailand wie im Hinspiel in Führung. Stürmer Karim Benzema (30.) staubte nach einer halben Stunde ab, nachdem Milan-Goalie Dida einen Schuss von Kaka nicht hatte bändigen können. Doch nur fünf Minuten später sorgte Milan-Star Ronaldinho (35.) aus einem umstrittenen Handelfmeter für den Ausgleich. Es war das erste Champions-League-Tor des Brasilianers seit Dezember 2007. Im Parallelspiel besiegte Olympique Marseille den FC Zürich daheim klar 6:1.

Chelsea und Porto weiter
In der Gruppe D ist alles klar. Der FC Chelsea spulte das Auswärtsspiel bei Atletico Madrid lange ruhig herunter. Sergio Agüero (66.) brachte die Gastgeber in Führung, danach wachten die Engländer auf. Didier Drogba drehte mit Treffern in der 82. und der 89. Minute das Spiel, Agüero (91.) glich in der Nachspielzeit aus. Der FC Porto erreichte bei APOEL Nikosia durch ein spätes Tor von Falcao (84.) einen 1:0-Erfolg. Beide Ergebnisse reichten Chelsea und Porto zum Aufstieg.

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(Bild: KMM)



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