Zoff in München

Stadion-Streit: Der FC Bayern klagt die “Sechziger”

Fußball
02.11.2009 12:49
In München wird wieder einmal gestritten, dass sich die Balken biegen. Stein des Anstoßes ist einmal mehr die Allianz Arena, das dem reichen FC Bayern gehört und das vom finanziell weit weniger potenten Zweitligisten TSV 1860 gemietet wird. Da die "Löwen" seit Beginn der Saison nur noch einen Bruchteil der vertraglich festgelegten Summe für die Bewirtung der Besucher auf den knapp 3.000 Business-Plätzen überweisen, will der FC vor Gericht ziehen.

Das bringt die Stadion GmbH als hundertprozentige Tochter der FC Bayern AG nach Angaben von Manager Uli Hoeneß um Einnahmen von 50.000 Euro pro Heimspiel von den "Sechzigern" in der zweiten Liga. "Das ist Geld, das sie uns klauen", zitierte die Münchner "tz" Hoeneß.

Hoeneß beklagt sich
Das Münchner Landgericht bestätigte die Eingabe der Stadion GmbH, einen Prozess-Termin gebe es aber noch nicht. "Der TSV 1860 ist ein Mieter, mit dem eine seriöse Zusammenarbeit kaum möglich ist", beklagte sich Hoeneß. Streitpunkt zwischen den Vereinen ist, dass 1860 seit dieser Saison nur noch für so viele VIP-Essen bezahlen will, wie tatsächlich gebraucht werden. Ausverkauft sind die Business-Seats bei "Löwen"-Spielen nicht.

Seit 2005 spielen der FC Bayern und der TSV 1860 in der damals für über 300 Millionen Euro gemeinsam errichteten WM-Arena. Die "Löwen" konnten die Kosten als Zweitligist aber von Anfang an kaum stemmen. 2006 verkauften sie ihre Stadion-Anteile für elf Millionen Euro an den FC Bayern, entgingen so einer angeblich drohenden Insolvenz und wurden Mieter. Rund 5,3 Millionen Euro sind pro Saison fällig.

Rückkehr der "Löwen" ins Grünwalder-Stadion?
Immer wieder wird bei den "Löwen" ein Auszug aus der Arena diskutiert. An diesem Dienstag will die "Projektgruppe Stadion-Zukunft" Ergebnisse für eine mögliche Rückkehr ins Grünwalder-Stadion präsentieren. "Diesen Verein gäbe es ohne unsere Hilfe gar nicht mehr. Wir haben ihn mehrfach gerettet", sagte Hoeneß, der den "Löwen" vorwirft, "jahrelang katastrophal gewirtschaftet" zu haben.

Der FC Bayern schwimmt im Geld
Anders der FC Bayern: Der bevorstehende Super-Deal des Rekordmeisters mit seinem Automobil-Partner Audi soll für eine AG-Beteiligung und einen langfristigen Werbevertrag eine Rekordsumme in die Kassen des Bundesliga-Krösus spülen. "Das ist ein Betrag, der weit über 100 Millionen sein wird - alles zusammen", sagte Hoeneß. Nach Ausrüster adidas soll Audi als zweiter strategischer Partner einsteigen und offenbar neun Prozent Anteile an der FC Bayern AG erwerben. Zudem wird über einen Sponsoren-Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren spekuliert.

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