Sa, 18. August 2018

Diskriminierung?

10.04.2018 15:35

Kein Haarschnitt für Tochter: Mutter klagt Frisör

Ein Friseur aus der australischen Metropole Sydney sorgt für Schlagzeilen: Weil er sich weigerte, einem jungen Mädchen die Haare zu schneiden, reichte die Mutter bei der Kommission für Menschenrechte eine Klage ein. Dadurch sieht der Barbier sein Geschäft sowie seine finanzielle Lage gefährdet. 

Sam Rahim ist Barbier und betreibt nördlich von Sydney einen kleinen Friseurladen, in dem er sich ausschließlich auf Männer spezialisiert hat. Als kurz vor Weihnachten eine Mutter mit ihrer Tochter in sein Geschäft kam und ihn bat, die Haare des Mädchens mit der Schneidemaschine zu trimmen, lehnte er laut eigenen Angaben höflich ab.

„Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht dafür qualifiziert bin, Haare von Frauen zu schneiden. Aber sie hat mich immer und immer wieder dazu gedrängt, dass ich es doch einfach tun solle. Ich habe ihr dann gesagt, dass es drei Friseursalons in der Nähe gibt, die alle weniger als eine Gehminute entfernt sind“, so Rahim gegenüber 9news. Danach sei die Frau wütend rausgestürmt.

Gegen Antidiskriminierungsgesetz verstoßen?
Laut Rahim habe die Frau, die von Beruf Anwältin ist, dann eine Klage bei der Kommission für Menschenrechte eingereicht und behauptet, er habe gegen das Antidiskriminierungsgesetz verstoßen und ihre Tochter in Verlegenheit gebracht.
„Es wäre ihr bestimmt viel peinlicher gewesen, zur Schule zu gehen, wenn ich ihr die Haare abgeschnitten hätte“, so Rahim weiter. Jetzt macht sich der Australier Sorgen darüber, dass die Klage Auswirkungen auf sein Geschäft sowie auf seine finanzielle Lage haben könnte.

Die Frau, die sich gegen Rahim wehrte - sie möchte anonym bleiben, um die Identität ihrer Tochter zu schützen -, veröffentlichte eine Erklärung mit folgendem Wortlaut: "Im Bundesberufungsgericht wurde eine Klage gegen den Hunters Hill Barber Shop wegen eines Verstoßes gegen das Gender-Diskriminierungsgesetz eingereicht. Grundlage für diese Behauptung ist, dass sich der Friseur geweigert hat, die Schneidemaschinen einfach durch den Undercut (Anm.: Eine Frisur, bei der die Behaarung der unteren Kopfhälfte rasiert bzw. gekürzt wird) meiner Tochter zu führen, weil sie ein Mädchen war.“

Sie habe ihm auch gesagt, dass er den Rest der Haare - die Tochter trage einen Bob - nicht stylen oder schneiden muss. "Die Erklärung von Herrn Rahim war, dass er in seinem Friseurladen nur Buben und Männer frisiere. Er sagte aber nie, dass er nicht qualifiziert sei, die Haare von Frauen oder Mädchen zu schneiden, wie er dann gegenüber Medien berichtete", so die wütende Mutter weiter.

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