Mo, 18. Juni 2018

Digitalisierung

10.04.2018 06:36

Maco lässt Fenster und Türen Daten sammeln

Rein mechanische Beschläge herstellen ist von gestern: Der Fenster- und Türbeschlaghersteller Maco setzt auf Digitales und eröffnet ein neues Forschungszentrum. Neben Beschlägen wird zukünftig auch die Technik für intelligentes Wohnen mitgeliefert. Fenster und Türen sammeln künftig sogar von selbst Daten.

Es wirkt fast ein wenig verloren in der frühlingshaften Au. Neben der Produktionshalle des Fenster- und Türenbeschlagherstellers Maco fügt sich das neue bronzerne Forschungszentrum - das von Landeshauptmann Wilfried Haslauer eröffnet worden ist - noch schwer in das Betriebsgelände in der Alpenstraße ein. Ab Ende Juni soll es die neue berufliche Heimat von rund 100 Forschern des Unternehmens werden. Kostenpunkt: ein hoher einstelliger Millionenbetrag.

Und in diese Investition setzt das Unternehmen große Hoffnungen. Denn: Maco will nicht mehr nur mechanische Beschläge liefern, sondern auch die zugehörige Technik, um so das intelligente Haus der Zukunft ausstatten zu können.

Das neue Forschungszentrum wird dabei eine zentrale Rolle spielen: „Wir erwarten uns durch unser neues Zentrum eine deutlich schnellere Produktentwicklung und auch eine Veränderung in der Arbeitsweise. Wir stellen nicht mehr nur Hardware her, sondern auch die Software dazu, die extra dafür immer weiter entwickelt wird“, berichtet Geschäftsführer Guido Felix.

Und um dieses Ziel zu erreichen, hat das Unternehmen in den nächsten Jahren große Pläne. Vor allem neue Technologien sollen zur Anwendung kommen. Auch die Blockchain-Technologie, die von der Kryptowährung Bitcoin verwendet wird, will Maco nutzen: „Wir wollen damit die Nutzungsdaten verfügbar machen, um so neue Geschäfts- und Servicemodelle entwickeln zu können“, berichtet Felix. Sprich: Die Beschläge der neuen Generation schicken dem Unternehmen stetig Daten. Daraus entwickelt Maco dann in weiterer Folge neue, bessere Produkte.

Daneben soll auch die Lieferkette besser werden: „Unsere Lieferkette soll von der Bestellung bis hin zur Produktion vollautomatisch ablaufen. Bestellungen müssen dadurch nicht mehr händisch bearbeitet werden“, erklärt Felix. Die Qualität der Produkte soll so noch besser werden, Fehler könnten so vermieden werden. In den nächsten fünf Jahren will man rund 1000 Maschinenanlagen automatisieren.

Weniger Mitarbeiter würden diese Digitalisierungs-Maßnahmen aber nicht bedeuten. Im Gegenteil: „Durch die Digitalisierung entstehen völlig neue Berufsbilder. Wir bieten für unsere Mitarbeiter permanent Schulungen an, um sie auf dem laufenden zu halten“, so Felix.

In Salzburg rüstet aber sich nicht nur Maco für die Digitalisierung, auch die FH Salzburg beschäftigt sich mit dem Thema. „Wir haben bereits erste Schritte in Richtung Digitalisierung gesetzt. Wichtig ist, dass Forschung in diesem Bereich gefördert wird und neue Arbeitsplätze attraktiv gemacht werden“, sagt Dominik Engel, Experte von der FH.

Verena Seebacher
Verena Seebacher

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