Sa, 21. Juli 2018

Wiener Dschihadist

09.04.2018 10:31

Mohamed M. von Erdogans Regierung zu IS geschleust

Österreichs bekanntester Dschihadist Mohamed M. hat seinen Weg zur Terrormiliz Islamischer Staat über eine Entscheidung der türkischen Staatsführung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan gefunden. Medienberichten zufolge habe es sich dabei um einen Tauschhandel gehandelt. Der Wiener sorgte in den vergangenen Jahren mit Hasspredigten für den sogenannten Heiligen Krieg und nicht zuletzt wegen eines Hinrichtungsvideos für Entrüstung. Seitdem steht er auch auf der offiziellen Interpol-Fahndungsliste.

Wie die französische Sonntagszeitung „Journal du Dimanche“ in einer Recherche behauptet, soll sich die Türkei im Jahr 2014 auf einen Tauschhandel mit dem IS geeinigt haben.

Geiselnahme in Mossul als Auslöser
Ihren Anfang nahm die Affäre im Juni 2014, als 46 Türken, türkische Diplomaten und Elitesoldaten, die dem türkischen Konsulat im irakischen Mossul angehörten, gefangen genommen wurden, nachdem der IS die Stadt erobert hatte. Nach drei Monaten wurden die Geiseln in einer nächtlichen „Rettungsaktion“ wieder heimgeholt. Laut Präsident Erdogan sei dies dem türkischen Geheimdienst zu verdanken. 

Tauschhandel der Türkei mit dem IS
Dass ein Teil der Geiseln im September 2014 einen kurzen Zwischenstopp in der syrischen Stadt Tall Abyad an der Grenze zur Türkei machte, bevor er mit den restlichen Geiseln in die Türkei zurückkehrte, wurde verschwiegen. Denn wie „Journal du Dimanche“ berichtet, habe sich die Türkei auf einen Tauschhandel mit dem IS geeinigt: Gefangene Dschihadisten aus zahlreichen Staaten, unter ihnen auch EU-Bürger, seien im Rahmen eines Gefangenenaustausches mit dem IS über die Grenze nach Syrien geschafft worden. Unter ihnen habe sich auch der österreichische Dschihadist Mohamed M. befunden.

Mohamed. M. weiter in Syrien vermutet
Der in Wien als Sohn ägyptischer Einwanderer geborene Mohamed M. saß bereits wegen Bildung und Förderung einer terroristischen Vereinigung in Österreich in Haft. Zuletzt berichteten Medien, dass der - auch immer wieder für tot gehaltene - M. in der nordsyrischen IS-Hochburg Rakka an Propagandamagazinen der Dschihadisten mitarbeite. In diesen seien zuletzt auch Todesdrohungen gegen prominente österreichische Muslime ausgesprochen worden.

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