Di, 17. Oktober 2017

Nach IS-Tötungsvideo

15.10.2015 20:40

Mohamed M. auf Interpol-Fahndungsliste

Der Wiener Mohamed M. steht mittlerweile auch auf der offiziellen Fahndungsliste der internationalen Polizeiorganisation Interpol. Dem 30-jährigen Islamisten werden Mord, schwere Körperverletzung und terroristische Aktivitäten vorgeworfen, wie es auf der Interpol-Homepage heißt. Aufgrund eines IS-Tötungsvideos ermittelt die Wiener Staatsanwaltschaft bereits seit dem Sommer gegen M. Auch mehrere Mädchen aus Österreich werden per Interpol als "Terrorbräute" gesucht.

Das Anfang August im Internet aufgetauchte Propagandavideo des Islamischen Staates zeigt zwei IS-Kämpfer, die zum Krieg gegen die "Ungläubigen" aufrufen und am Schluss zwei vor ihnen kniende Geisel erschießen. Einer der beiden Dschihadisten wurde von deutschen Sicherheitsbehörden als der 28-jährige Yamin A.-Z., ein aus Deutschland stammender Salafist, identifiziert. Beim zweiten IS-Kämpfer handelt es sich um Mohamed M. - auch der österreichische Verfassungsschutz hat die Echtheit des Videos bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft Wien-Mitte hatte bereits August ihren Haftbefehl gegen M. ausgeweitet. Jetzt wird gegen ihn auch wegen Mordes ermittelt.

Mohamed M. soll in Syrien sein
M., Sohn ägyptischer Einwanderer, wurde in Österreich bereits vor mehreren Jahren durch einen Prozess um ein Drohvideo gegen Österreich und Deutschland bekannt. Im September 2007 war der damals 22-Jährige gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau Mona S. verhaftet worden. In der Folge wurde M. wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung zu vier Jahren Haft verurteilt, S. bekam 22 Monate.

Nach seiner Freilassung 2011 veröffentlichte M. weitere Videos unter dem Pseudonym "Abu Usama al-Gharib", dann setzte er sich nach Deutschland und Ägypten ab. Später wurde er in der Türkei festgenommen, jedoch wieder auf freien Fuß gesetzt. Seitdem wird er in Syrien vermutet.

Auch Dschihad-Mädchen aus Österreich im Visier
Mohamed M. ist nicht der einzige Österreicher mit Verbindungen zum internationalen Terrorismus, der derzeit von Interpol gesucht wird. Wie "Krone"-Recherchen in der Vorwoche ergaben, wird auch nach zwei Frauen, beide 21 Jahre alt, wegen "Verdachts der Terror-Beteiligung" international gefahndet. Für eine dritte, die 20-jährige Indira T., hatten erst vor Kurzem im Nordkaukasus die Handschellen geklickt.

Samra und Sabina, die ersten als "Dschihad-Mädchen" aus Österreich international bekannt gewordenen Frauen, sind dagegen vor Kurzem von der internationalen Fahndungsliste verschwunden. Offizielle Begründung gibt es nicht - vielleicht weiß man ja bereits, dass man nicht mehr nach ihnen zu suchen braucht.

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