So, 21. Oktober 2018

Arsenal-ZSKA

04.04.2018 14:33

Im Zeichen der Vergiftung: London empfängt Moskau

Der Londoner FußballKlub Arsenal empfängt am Donnerstagabend (21.05 Uhr) im Viertelfinal-Hinspiel der Fußball-Europa-League den russischen Vizemeister ZSKA Moskau. Angesichts der Spannungen zwischen den Ländern nach dem Giftanschlag auf den früheren russischen Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der englischen Kleinstadt Salisbury gab es Warnungen an die Fans. 

Arsenal erinnerte seine Anhänger bereits direkt nach der Auslosung an eine Reisewarnung, die das britische Außenministerium zuvor veröffentlicht hatte. Darin wird vor einer möglichen „antibritischen Stimmung oder Belästigung“ in Russland gewarnt, Reisende zur Vorsicht gemahnt. Die Mitteilung der russischen Botschaft klang ähnlich: ZSKA-Fans, die nach London reisen, sollten „extrem vorsichtig“ wegen einer angeblichen „antirussischen Kampagne“ und der „wachsenden russophoben Stimmung“ sein.

Arsenal-Trainer Arsene Wenger hält diese Warnungen für übertrieben. Im Interview mit dem Sportportal „beIN SPORTS“ erklärte der Coach, warum er sich keine Sorgen macht. „Ich bin mir sicher, dass die UEFA kein Risiko eingeht“, sagte Wenger. „Das ist eine typische Situation, in der Sport sich nicht in die Politik einmischen sollte - und die Politik nicht in den Sport.“ Der Trainer gab sich deshalb betont neutral: „Wir wissen doch gar nicht wirklich, was los ist.“

Präzise Quelle unklar
Die britische Regierung hat keine Zweifel daran, dass Russland für den Anschlag auf Skripal verantwortlich ist. Einen handfesten Beweis blieb sie bisher aber schuldig. Britische Forscher haben eine russische Herkunft des Giftes nicht nachweisen können. Die „präzise Quelle“ sei unklar, sagte am Dienstag Gary Aitkenhead, Chef eines Laboratoriums der Forschungsanlage Porton Down, dem britischen Sender Sky News. Sicher sei nur, dass es sich um Nowitschok handele. Der Kampfstoff wurde in der früheren Sowjetunion entwickelt.

nicht zum ersten Mal
Es ist nicht das erste Mal, dass ein Fußballmatch zwischen Arsenal und ZSKA von politischer Brisanz begleitet wird. Beim bisher letzten Duell der beiden Teams - im November 2006 in der Gruppenphase der Champions League - soll Andrej Lugowoi als Zuschauer im Emirates Stadion gewesen sein. Der russische Politiker wird von den Briten bis heute des Mordes an Kreml-Gegner Alexander Litwinenko verdächtigt.

krone Sport
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