"Gag" ging daneben
Falscher Meteorit wird zum teuren PR-Desaster
Nachdem erste beeindruckende Fotos sowie Videofilme (siehe oben) mit einem gut neun Meter breiten, drei Meter tiefen und kräftig rauchenden Krater nahe der nordlettischen Stadt Mazsalaca in Medien auftauchten, gaben die Behörden nach erster Aufregung recht schnell Entwarnung. "Da ist nichts vom Himmel gefallen, sondern dieser Krater wurde von Menschen gegraben", zitierte die Nachrichtenagentur BNS den herbeigeeilten Chef-Geologen von der Universität Riga, Girts Stinkulis.
"Da hat sich jemand einen gewaltigen Scherz erlaubt"
"Da hat jemand wohl einen gewaltigen Scherz inszeniert, Chemikalien verteilt und abgefackelt, um dann die Information über einen angeblichen Meteoriteneinschlag zu verbreiten", meinte auch der Geologe Dainis Ozols nach einer Ortsbesichtigung zur Nachrichtenagentur LETA.
Tele2: "Einzigartige Leistung in der Kommunikationsarbeit"
Alsbald stellte sich dann heraus, was hinter der Aktion steckte: Ein Werbegag des Mobilfunk-Anbieters Tele2. Deren Marketingchef Janis Sprogis hatte noch am Montagabend die Aktion als "einzigartige Leistung der Kommunikationsarbeit" verteidigt und geschwärmt, man habe lediglich die Menschen in Lettland "inspirieren" und der Welt zeigen wollen, dass trotz der Wirtschaftskrise "etwas Kreatives und Aufregendes" in der Baltenrepublik passieren könne.
Innenministerin kündigt rechtliche Schritte an
Innenministerin Linda Murniece konnte über die Aktion jedoch so gar nicht lachen. Sie sagte gegenüber der baltischen Nachrichtenagentur BNS, ihr Ministerium und die ihr unterstehenden Behörden wollten kein Unternehmen unterstützen, das ihnen mit "rücksichtslosen Aktivitäten" beträchtliche Kosten verursacht habe". Murniece hatte am Montagabend sogar rechtliche Schritte gegen Tele2 in Aussicht gestellt. Die Staatsanwaltschaft in Riga beurteilte die Chancen für eine rechtliche Belangung des Unternehmens am Dienstag allerdings negativ.
Wie hoch waren die Kosten der Aktion?
Im Innenministerium in Riga laufen inzwischen die Rechner heiß. Es soll einerseits festgestellt werden, wie hoch die Zeche ist, die Tele2 für seine "einzigartige Kommunikationsleistung" zahlen muss. Andererseits prüfen die Ministeriumsjuristen, inwieweit und zu welchen Bedingungen ein Totalausstieg aus den Verträgen mit dem Telekommunikationsanbieter möglich ist.











Kommentare
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.