30.03.2018 06:00 |

Skandal bei Prozess

Anwalt soll Mord an Juristin beauftragt haben

Knalleffekt rund um einen vertagten Prozess wegen mutmaßlicher Testamentsfälschungen in Millionenhöhe: Ein unter Verdacht stehender Jurist aus Wien (für ihn gilt die Unschuldsvermutung) soll einen Bulgaren damit beauftragt haben, die leitende Staatsanwältin zu ermorden. Jetzt sitzt der Advokat in U-Haft.

Diese Geschichte stellt so manches Krimi-Drehbuch in den Schatten: Ein in Wien lebender Anwalt musste sich vor Gericht verantworten, weil er in zwei Fällen Testamente gefälscht haben soll. Einmal soll nicht die Witwe eines ehemaligen Botschafters den Großteil des Vermögens ihres verstorbenen Gatten geerbt haben, sondern die Ehefrau und Sekretärin des Juristen. In der zweiten Causa ging die Immobilie eines verblichenen Zinshausbesitzers nicht an dessen Tochter, sondern gleich direkt an den Juristen. Schließlich wurde der Prozess auf Juni vertagt.

Anwalt in U-Haft
Doch mittlerweile haben sich die Vorzeichen dramatisch geändert: Georg U. soll einen Bulgaren damit beauftragt haben, die leitende Staatsanwältin zu töten. Der Mann sprach von einer angebotenen „Anzahlung“ von rund 10.000 Euro. Er schlug jedoch bei der Polizei Alarm. Am Mittwoch wurde der mutmaßliche Auftraggeber festgenommen. Er befindet sich nun in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in U-Haft.

Gregor Brandl und Christoph Budin, Kronen Zeitung

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