Mi, 17. Oktober 2018

Nach Fund in Büro

20.03.2018 17:00

Zwist der Geheimdienste um Straches Abhöranlage

Der Fall der im Büro von Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) gefundenen Abhöranlage sorgt derzeit erneut für Schlagzeilen. So berichten Beamte des für Spionageabwehr zuständigen Verfassungsschutzes, es habe sich bei der Abhöranlage lediglich um „einen Altbestand von diversen Kabeln hinter einer Wandverkleidung“ gehandelt. Im Bericht des Heeres-Inlandsgeheimdienstes wiederum wurde sehr wohl von einer „Bedrohung“, die „durch vollständigen Abbau beseitigt“ worden sei, gesprochen.

Die Abhöranlage war Mitte Jänner, kurz vor der Angelobung der türkis-blauen Regierung, in Straches Büro im Palais Dietrichstein entdeckt worden. Der „Falter“ zitiert nun aus dem Endbericht des - derzeit skandalumwitterten - Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT): „Endeckt wurde ein Altbestand aus diversen Kabeln hinter einer Wandverkleidung.“ Ein Beamter der Burghauptmannschaft gab zu Protokoll, die Kabel seien „dezidiert für die Liveübertragung der Parlamentssitzungen“ verwendet worden.

Alles also nicht so schlimm? Im Bericht des Heeresabwehramtes, der der „Krone“ vorliegt, heißt es dagegen: „Im Büro des Vizekanzlers wurde eine Schaltung vorgefunden, über die die im Raum geführten Gespräche leitungsgebunden aus dem Raum übertragen wurden. Die Bedrohung wurde durch vollständigen Abbau beseitigt.“

Strache: „Äußerst bedenklich“
Strache selbst bezeichnete den Fund als „demokratiepolitisch äußerst bedenklich“. Im Gespräch mit krone.at erklärte der Vizekanzler und FPÖ-Chef ganz genau, wo die Abhöranlage versteckt war: „Der Kabelstrang dazu ging von einer kleinen Lautsprecherbox an der Spiegeltür hinter meinem Schreibtisch hundert Meter weit über andere Büros bis ins Freie.“ Ob tatsächlich abgehört wurde, ist unklar. Allerdings zeigte der Fall mehrere schwere Sicherheitsmängel in den Regierungsgebäuden auf.

 krone.at
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