Sa, 21. Juli 2018

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20.03.2018 13:57

„Far Cry 5“: Kommt der Shooter-Heiland über uns?

In einer Woche erscheint „Far Cry 5“, und der jüngste Teil der Shooter-Reihe hat sich einen ganz besonderen Schauplatz ausgesucht: „Hope County“. Das fiktive Gebiet im US-Bundesstaat Montana bietet unberührte Natur auf der einen Seite, und einen den ganzen Landstrich beherrschenden Weltuntergangskult mit einem ebenso charismatischen wie irren Sektenheiland auf der anderen. Wie sich das Leben in der Heimat der Verblendeten anfühlt, hat krone.at bereits ausprobiert.

Vier Gesetzeshüter gegen ein Dorf voll schwerbewaffneter Kultisten: Man muss kein Meisterstratege sein, um zu erkennen, dass die Operation gegen Sektenheiland Joseph Seed, in die der Spieler gleich zu Spielbeginn geworfen wird, zum Scheitern verurteilt ist. Es kommt, wie es kommen muss: Die Kultisten haben wenig Freude mit der Verhaftung ihres Anführers, vereiteln diese – und prompt ist der Spieler nach einer halsbrecherischen und bleischwangeren Flucht mitten in den von wilden Tieren und Kultisten bevölkerten Wäldern Montanas auf sich allein gestellt.

Der Widerstand muss aufgebaut werden
Na gut, nicht ganz: Es gibt Widerstand gegen die Weltuntergangssekte „Eden’s Gate“ in Hope County. Doch er operiert verdeckt, hat Seed und seiner fanatischen Sippe zu Beginn des Spiels nur wenig entgegenzusetzen. Erst mit dem Eintreffen des Spielers kommt Bewegung in die ganze Sache. Nach und nach werden Widerstandskämpfer rekrutiert, Sektenbasen ausgeräuchert, Vorratsdepots geplündert und die fiesen Geschwister des Joseph Seed ausgeschaltet.

Dabei steht dem Spieler ein eindrucksvolles Waffenarsenal zur Verfügung. Subtile Ums-Eck-Bringer wie Wurfmesser und Bögen gibt es ebenso wie Rambo-Werkzeug wie Pumpguns, Pistolen, Scharfschützen- und Sturmgewehre, Granaten und Molotowcocktails.

Tierische Begleiter wie in früheren „Far Cry“-Teilen sind ebenfalls wieder mit von der Partie, Fahrzeuge gibt es im Abenteuerspielplatz Hope County natürlich auch.

Das klingt nicht nur nach einem klassischen „Far Cry“, sondern spielt sich auch so. Als wir bei Ubisoft unsere ersten Schritte in die Welt von „Far Cry 5“ setzten, fühlten wir uns sogleich heimisch. Nicht nur, weil sich die „Far Cry“-Macher mit Bösewicht Seed wieder einmal selbst übertroffen und einen herrlich einprägsamen Widersacher geschaffen haben, der die Boshaftigkeit des Piraten Vaas Montenegro aus dem dritten und die Verrücktheit des Pagan Min aus dem vierten „Far Cry“-Teil vermengt. Sondern auch wegen der grandiosen Landschaft.

Man tut, was man in „Far Cry“ immer tut
Üppige Nadelwälder, Bäche, Seen, wilde Tiere: Die Welt von „Far Cry 5“ – zumindest das, was wir während unserer nicht ganz zweistündigen Anspielsitzung gesehen haben – würde glatt zu einer idyllischen Wanderung einladen, wären nicht überall irre Kultisten und ihre Lager verteilt.

Diese Lager auszuschalten und so nach und nach immer mehr Gebiete unter die Kontrolle des Widerstands zu bringen, ist die zentrale Aufgabe in „Far Cry 5“. Das klingt nicht nur stark nach der bewährten „Far Cry“-Formel, sondern spielt sich auch wie von früheren Teilen gewohnt. Man hat die Wahl zwischen der Schleich- und der Dampfhammermethode, erledigt dazwischen verschiedenste Quests, sammelt Kriegsgerät und kommt dem ultimativen Bösewicht so immer näher. Kurzum: Man tut, was man in „Far Cry“ immer tut.

Inwieweit es Ubisoft gelingt, mehr Abwechslung als in früheren Teilen ins Spiel zu bringen, muss sich erst zeigen. Bei unserer Anspielsitzung haben wir viel Story und einige wenige Missionen zu Beginn des Spiels gesehen. Zu wenig, um das Gameplay wirklich beurteilen zu können.

Dass wir aber gleich zu Beginn mehrere Kultistenlager ausgeräuchert und so Gebiete für den Widerstand gewonnen haben, wie man das auch in früheren „Far Cry“-Teilen getan hat, legt nicht unbedingt nahe, dass es viel mehr Abwechslung gibt als früher. Wie verbreitet die von vielen Spielern ungeliebten Sammel- und Turmeroberungs-Quests in „Far Cry 5“ wirklich sind, vermögen wir erst nach einem ausführlichen Test zu sagen.

Hübsche Grafik, gelungene Vertonung
Das Drumherum stimmt aber jedenfalls: Hope County ist ein herrliches Fleckchen Land, um sich nach Feierabend die Bleispritze umzuschnallen. Auf der PS4 Pro wurden uns scharfe Texturen, lebensechte Gesichter, detaillierte Fauna und Flora, hübsch animiertes Wasser und bisweilen übertrieben gleißende Lichteffekte dargeboten, was zumindest für die PC-, PS4-Pro- und Xbox-One-X-Version eine ordentliche Grafikpracht erwarten lässt.

Akustisch haben wir eine gut gelungene deutsche Synchronisation mit professionellen Sprechern, stilistisch passender Hintergrundmusik und gut gelungenen Soundeffekten wahrgenommen. Bei Grafik und Sound, das lässt sich bereits sagen, hat das neue „Far Cry“ ordentliche Qualitäten.

„Far Cry 5“ steht und fällt mit Story und Gameplay
Ob es darüber hinaus begeistert, werden Gameplay und Story entscheiden. Das, was wir von der Sekte des Joseph Seed beim Anspielen bereits gesehen haben, lässt jedenfalls auf abgedrehte Charaktere und gelungene Pixelschauspielerei hoffen. Zu hoffen bleibt, dass die Erzählung das Niveau, das sie gleich zu Beginn erreicht, auch längerfristig hält. Und natürlich auch, dass das, was die Spieler in der riesigen Welt von „Far Cry 5“ zu tun bekommen, nicht zu einer Beschäftigungstherapie mit den immer gleichen Sammel-Quests verkommt.

Die Zeichen stehen prinzipiell gut: Ein Blick auf die Karte der Spielwelt offenbarte beim Anspielen deutlich mehr interessante Orte als bloß Kultistenlager. Sägewerke, Bauernhöfe, Tierschutz-Camps, Flugplätze: Wenn die Aufgaben, die wir in „Far Cry 5“ erfüllen müssen, ähnlich spannend wie die Widersacher und die Spielwelt selbst werden, könnte hier – um im Sektenduktus zu bleiben – am 27. März tatsächlich eine Art neuer Shooter-Heiland über uns kommen.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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