Nur ein Vorurteil

e-card-Missbrauch "verschwindendes Problem"

Oberösterreich
18.10.2009 09:08
„Ausländer nutzen nur unser Sozialsystem aus und zehn gehen mit einer e-card zum Arzt“ – diesem Vorurteil ist die OÖ Gebietskrankenkasse genauer nachgegangen und hat 100.000 Fälle kontrolliert. Zwei konkrete Betrügereien blieben am Ende übrig. Darunter ein philippinisches Zwillingspaar, das nur eine e-card benutzte.

„Wir sagen den Ärzten immer wieder, dass sie bei ihnen unbekannten Patienten den Ausweis verlangen sollen, um die Identität zu prüfen. Und das wird meistens auch gemacht“, so Felix Hinterwirth, Obmann der Oberösterreichische Gebietskrankenkasse (OÖGKK). Er gesteht ein, dass die Migranten-Frage für die Krankenkasse sehr wohl ein Thema ist und dafür sogar eine eigene Arbeitsgruppe eingerichtet worden ist.

Allerdings sei der Missbrauch des „elektronischen Krankenscheins“ in Oberösterreich ein „verschwindendes Problem“. Man hatte 100.000 e-cards, die von Migranten benutzt werden, genauer unter die Lupe genommen. „Es blieben insgesamt 70 Auffälligkeiten übrig, die sich auf elf konkrete Verdachtsfälle reduzieren ließen. Am Ende blieben aber nur zwei wirkliche Missbrauchsfälle übrig“, erklärt Hinterwirth.

Einer davon betraf eben jenes philippinische Zwillingspaar, das sich eine e-card geteilt und somit eine auffällig hohe Arztrechnung angehäuft hatte. Aber hier hätte wohl auch eine genaue Ausweiskontrolle nicht wirklich den Missbrauch verhindern können: Ärzte sind Heiler, aber keine Detektive.

von Markus Schütz, „OÖ-Krone“
Symbolbild

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