Pop der Königsklasse

Jan Delay & Band ließen es in Graz "derbe knacken"

Steiermark
17.10.2009 20:09
Wie das Outfit, so die Musik: Die Stimme von Jan Delay ist so grell wie die Farbe seines lila Hemds - und der Sound seiner Musiker so knackig wie der schicke türkise Anzug, den er darüber trug. In der ausverkauften Grazer Stadthalle lieferte das Hamburger Kind des Bahnhofs Soul am Freitagabend eine fulminante Show ab.

Die Länge der Tour und die Augenringe von Herrn Delay wachsen anscheinend direkt proportional. Graz ist nämlich der zigste Stopp auf der Konzertrundreise des Hamburgers und ganz frisch sieht er nicht mehr aus. Doch das Publikum bekommt das keine Minute zu spüren.

Wie aus dem Ei gepellt betritt Delay die Bühne und zündet ein Feuerwerk, das ab der ersten Minute funkelt wie die Kleider seiner Background-Girls: Die Disco-Kugel rotiert! Musik, Stil und Show sind die Bestandteile, aus denen ein Abend mit Jan Delay besteht. Das klingt bemüht und nach Effekthascherei - ist es aber nicht. Denn Delay findet stets den richtigen Mix und stellt seine Posen immer in den Dienst der Musik. Das bringt ihm eine Fanschaft ein, die nicht nur aus schicken Twens besteht, sondern zu einem großen Teil aus erwachsenen Freunden guter Musik.

Musikalisch gibt es im deutschsprachigen Raum kaum jemanden, der Delay und seiner Band Disko No 1 das Wasser reichen könnte. Ob bei eigenen Hits wie "Klar", "Oh Johhny" oder "Feuer" (die gekonnt Soul, Funk und Hip-Hop auf einer 70er Tanzfläche vereinen), ob bei der fulminanten Kooperation mit Gastmusiker Das Bo bei "türlich, türlich" oder bei zitatartigen Medleys aus Hits der Popgeschichte (von den Backstreet Boys bis Usher): Der Sound saß mindestens genauso gut, wie der maßgeschneiderte Anzug. So sieht Pop der Königsklasse aus!

von Christoph Hartner, "Steirerkrone"

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