Opfer glaubwürdig

Ex-Frau aufgesucht und zu Sex genötigt - Serbe verurteilt

Tirol
14.10.2009 08:51
Aussage gegen Aussage ist beim Prozess am Innsbrucker Landesgericht um eine versuchte Vergewaltigung und Nötigung seiner Ex-Lebensgefährtin durch einen Serben (44) gestanden. Der Angeklagte beteuerte am Dienstag: "Seit unserer Trennung 2008 haben wir uns nie wieder gesehen!" Der Schöffensenat glaubte allerdings dem Opfer. Weil es keinen Grund gab, an ihm zu zweifeln.

"Ich war’s nicht. Ich hab sie nie besucht, ich weiß nicht, wo sie jetzt wohnt, kenne ihre Telefonnummer nicht. Wahrscheinlich aus Eifersucht, weil ich eine neue Freundin habe, zeigte sie mich an." So reagierte der Angeklagte (44), der am Dienstag vor Richter Norbert Hofer stand, auf die massive Anklage. Die ihm immerhin versuchte Vergewaltigung und sexuelle Nötigung der Ex-Freundin vorwarf. Allerdings demonstrierte seine ehemalige Lebensgefährtin, deren kontradiktorische Aussage über DVD abgespielt wurde, absolute Glaubwürdigkeit.

"Er tauchte am 10. März spät in der Nacht in der Dienstwohnung im Hotel, in dem ich arbeite, auf. Schon zuvor hatte er mich bei seinen Besuchen schwer bedrängt und genötigt, wieder zu ihm zurück zu ziehen", sagte das Opfer per Video-Einvernahme aus. Zuvor habe sie ihr Ex-Freund auch mit SMS schwer bedroht.

Nicht rechtskräftiges Urteil: Zwei Jahre Haft, davon 18 Monate bedingt. Begründung: Sie habe sich vom Angeklagten getrennt, nicht umgekehrt. Es gebe keinen einzigen Grund, an ihrer glaubwürdigen Aussage zu zweifeln. Zumal diese auch eine Freundin bestätigt hatte, der sich das Opfer gleich danach anvertraut hatte.

von Hans Licha, Tiroler Krone
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