Mo, 18. Juni 2018

Doppelagent des MI6

06.03.2018 07:51

Russischer Ex-Spion in England offenbar vergiftet

In Großbritannien ist Medienberichten zufolge ein ehemaliger russischer Spion möglicherweise vergiftet worden. Bei dem in eine Klinik eingelieferten Mann handele es sich um den 66-jährigen Sergej Skripal, berichteten die BBC und andere Medien am Montag. Der Zeitung „The Guardian“ zufolge wurde Skripal mit Fentanyl, einem starken Opiat, vergiftet. Der Mann soll im Auftrag des britischen Geheimdienstes MI6 als Doppelagent gearbeitet haben. Er kam im Rahmen eines Gefangenenaustauschs 2010 nach Großbritannien.

Die Polizei bestätigte, dass ein Mann im Alter zwischen 60 und 70 Jahren sowie eine Frau zwischen 30 und 40 Jahren auf der Intensivstation der Klinik in Salisbury behandelt würden, nachdem sie am Sonntag bewusstlos auf einer Bank in einem Einkaufszentrum in der Stadt südwestlich von London gefunden worden waren. In der Nacht auf Dienstag schloss die Polizei im Rahmen der Ermittlungen eine Pizzeria in Salisbury „als Vorsichtsmaßnahme“. Die Behörden schlossen zwar anhand der vorliegenden Informationen eine Gesundheitsgefährdung aus. Dennoch wurde die Öffentlichkeit gebeten, Verdachtsfälle bei plötzlicher Erkrankung umgehend zu melden.

Polizei: Schwerwiegender Vorfall
„Der Mann und die Frau werden derzeit wegen Kontakts mit einer unbekannten Substanz behandelt“, sagte der Polizeibeamte Craig Holden. Beide schweben demnach in Lebensgefahr. Die Polizei sprach von einem „schwerwiegenden Vorfall“.

Skripal ist ein ehemaliger Oberst des russischen Militärgeheimdienstes. 2006 wurde er in Russland wegen des Vorwurfs der Spionage für Großbritannien zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach einem Gefangenaustausch im Jahr 2010 zwischen Moskau, London und Washington erhielt er jedoch Asyl in Großbritannien. Die Übergabe fand am Flughafen in Wien statt.

Parallelen zum Fall Litwinenko
Der Fall erinnert an die Ermordung des Kremlgegners Alexander Litwinenko, der 2006 mit radioaktiv verseuchtem Tee vergiftet worden war. Das darin enthaltene hochgiftige Polonium 210 tötete ihn nach drei Wochen. Nach britischen Ermittlungen stecken frühere russische Geheimdienstler hinter dem Mord an dem abtrünnigen Exilanten. Die Führung in Moskau bestreitet das.

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