Neuer Weg

Oberbank führt Frauenquote ein

Er ist erfolgsverwöhnt, eilt mit der Oberbank von Rekordergebnis zu Rekordergebnis – doch nicht alles läuft beim von Franz Gasselsberger geführten Geldinstitut so, wie es sich der Generaldirektor vorstellt. Um mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen, greift das Geldinstitut nun zur Quote.

"Krone":Herr Gasselsberger, heute sind 65 Prozent der Oberbank-Belegschaft Frauen. Ein Grund zur Freude, oder?
Franz Gasselsberger: Stimmt. Sie leisten viel und machen auch unser Unternehmen liebenswerter, lebenswerter und vielfältiger. Im Umgang mit Geld und Risiko sind sie sorgsamer als Männer.

"Krone":Sie haben sich das Ziel gesetzt, 40 Prozent der Führungspositionen, die neu vergeben werden, durch Frauen zu besetzen.
Gasselsberger: Dieses Ziel haben wir auch schon 2016 erreicht, aber generell stelle ich fest, dass wir noch immer zu wenige Frauen in Führungspositionen haben. Ich bin alles andere als zufrieden. Es fehlt dabei nicht an den geeigneten Frauen, aber wir müssen einen anderen Weg gehen. Wenn man keine konkreten Vorgaben setzt, passiert zu wenig.

"Krone":Wie sieht der Weg aus?
Gasselsberger: Wir haben im Vorstand einen Beschluss gefasst, dass wir verpflichtende Quoten bei der Vergabe von Führungspositionen einführen werden – nicht nur in Geschäftsbereichen, Filialen oder Abteilungen, auch bei Projekten.

"Krone":Gibt es für diesen Schritt ein Vorbild?
Gasselsberger: Ja, Norwegen. Vor dreizehn Jahren wurde dort eine Frauenquote in Aufsichtsräten eingeführt. Die männlich geprägten Führungsetagen sind da aufgebrochen worden. In Österreich sind wir da einfach im Hintertreffen, da gibt es nichts zum Schönfärben.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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