Die drei Freunde hatten am Dienstagabend beschlossen, einen Raub zu verüben. Als in der Fußgängerzone von Krems kurz vor Mitternacht der 17-Jährige in alkoholisiertem Zustand an ihnen vorüberging, war offenbar ein Opfer gefunden.
Verprügelt, beraubt und gedemütigt
Die drei mutmaßlichen Täter zerrten ihr Opfer in den Kremser Stadtpark, schlugen den 17-Jährigen und nahmen ihm Bargeld, Handy und Bankomatkarte ab. Als der Bursch den Code für die Karte nicht preisgeben wollte, setzte es Tritte, schließlich bedrohten sie ihn mit einem Taschenmesser. Nachdem einer der 15 bis 18 Jahre alten Jugendlichen probeweise beim Bankomat Bargeld behoben hatte, musste sich das Opfer bis auf die Unterhose ausziehen.
Trotz der herrschenden Kühle in der Nacht verstreuten die Täter die Kleider des Opfers und warfen auch nochseinen Schlüsselbund weg. Nach Angaben der Polizei erlitt das Opfer leichte Verletzungen, wird wegen eines schweren Schocks aber psychologisch betreut.
Beim Abheben von Überwachungskameras gefilmt
Die Täter begaben sich nach der Aktion im Stadtpark zum Bahnhof Krems und fuhren von dort mit einem Taxi zu einer Tankstelle und kauften mit dem Geld des Opfers Getränke und Essen. In den frühen Mittwochmorgenstunden versuchten sie dann mehrmals bei Bankomaten Geld mit der gestohlenen Karte zu beheben, was wegen fehlender Kontodeckung misslang. Die Karte wurde nach mehrfachen Versuchen schließlich eingezogen.
Das Trio konnte aufgrund der Überwachungskameras bei den Bankomaten und der "sehr guten Personalkenntnisse der Beamten der Polizeiinspektion Krems" ausgeforscht und festgenommen werden, so die Sicherheitsdirektion NÖ. Das Trio wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Krems eingeliefert, Samstag wurde über zwei die U-Haft verhängt.
Supermarkt-Schüsse entfachten Diskussion um Jugend
Erst vor anderthalb Monaten hat der tragische Tod des 14-jährigen Florian P. eine Diskussion um die Jugendkriminalität in Krems entfacht: Am 5. August hatten zwei Polizeibeamte - ein Mann und eine Frau - nach Auslösung des stillen Alarms im Merkur-Markt in Krems-Lerchenfeld auf zwei mutmaßliche Einbrecher geschossen. Der 14-jährige Florian P. wurde dabei tödlich in den Rücken getroffen, ein mittlerweile 17-Jähriger erlitt Oberschenkeldurchschüsse.
Während die Polizisten behaupteten, einen Angriff abgewehrt zu haben, gab der 17-Jährige an, dass er und sein Komplize bereits auf der Flucht gewesen seien. Die beiden Polizeibeamten, gegen die wegen fahrlässiger Tötung unter besonders gefährlichen Verhältnissen ermittelt wird, stehen wieder im Dienst. Der 17-jährige mutmaßliche Komplize von Florian P. sitzt in U-Haft.
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