Racheaktion vermutet

Italiener (28) schießt aus Auto auf Afrikaner

Ausland
03.02.2018 13:15

Großeinsatz in Italien: In der Stadt Macerata hat ein 28-jähriger Italiener am Samstag aus dem Autofenster heraus auf Menschen geschossen und dabei sechs afrikanische Migranten verletzt. Der Mann feuerte an mehreren Orten der Stadt auf Afrikaner, bevor er nach einer Verfolgungsjagd von der Polizei festgenommen wurde (siehe Video oben). Vermutet wird ein rassistischer Hintergrund - als Vergeltung für den Mord an einer 18 Jahre alten Italienerin. Ein Nigerianer sitzt als Verdächtiger in dem Mordfall in Untersuchungshaft.

Der 28-jährige Luca T. hatte am Vormittag für Panik auf den Straßen Maceratas gesorgt. Die Polizei leitete eine Großfahndung nach dem Wagen ein. Die öffentlichen Verkehrsmittel in der 42.000-Einwohner-Stadt in der Adria-Region Marken wurden gestoppt. Der Bürgermeister, Romano Carancini, appellierte per Facebook an die Bürger, nicht außer Haus zu gehen.

Der Mann, der eine italienische Flagge auf den Schultern trug, zeigte einen faschistischen Gruß mit dem ausgestreckten rechten Arm, als er sich widerstandslos von der Polizei festnehmen ließ, berichtete die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Der 28-jährige Italiener Luca T. nach seiner Festnahme in Macerata (Bild: AP)
Der 28-jährige Italiener Luca T. nach seiner Festnahme in Macerata
Ein Bild vom Tatort in Macerata zeigt eine am Boden liegende Patronenhülse von einem der auf Afrikaner abgefeuerten Schüsse des 28-jährigen Italieners. (Bild: AP)
Ein Bild vom Tatort in Macerata zeigt eine am Boden liegende Patronenhülse von einem der auf Afrikaner abgefeuerten Schüsse des 28-jährigen Italieners.

Die Beamten stellten eine Pistole sicher. Der Mann wurde in eine Polizeikaserne gebracht, wo er seine Tat gestand. Laut italienischen Medienberichten soll Luca T. bei den Kommunalwahlen im Vorjahr für die Lega Nord kandidiert haben.

Racheaktion für Mord an junger Italienerin vermutet
Erst vor wenigen Tagen war die zerstückelte Leiche einer 18-jährigen Italienerin in zwei Koffern entdeckt worden. Ein aus Nigeria stammender Migrant und Drogendealer sitzt deshalb in Untersuchungshaft. In sozialen Netzwerken waren daraufhin unzählige Drohungen, bis hin zur Ankündigung von Vergeltungsschlägen, gegen Migranten zu verzeichnen gewesen. Hinter der Tat des 28-jährigen Italieners wird nun eine Racheaktion vermutet.

Die Römerin Pamela Mastropietro war am Montag aus einer Drogenentzugsanstalt bei Macerata verschwunden, in der sie sich seit wenigen Tagen wegen ihrer Rauschgiftprobleme aufhielt. Die Trolleys mit ihrer Leiche waren am Mittwoch auf einer Landstraße in Pollenza nahe Macerata von einem Mann bemerkt worden, der die Polizei informierte. In der Wohnung des Nigerianers wurden die blutbeschmierten Kleider der jungen Frau und ein Beil gefunden, mit dem der Täter die Leiche zerstückelt haben soll. Der Nigerianer bestritt die Vorwürfe.

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