GP von Ungarn

Hamilton feiert ersten Sieg als Weltmeister

Sport
26.07.2009 21:46
Mit Lewis Hamilton hat es am Sonntagnachmittag beim Grand Prix von Ungarn auf dem Hungaroring einen absoluten Überraschungssieger gegeben. Der englische McLaren-Mercedes-Pilot verwies den Finnen Kimi Räikkönen im Ferrari sowie den Australier Mark Webber im Red Bull auf die Ehrenplätze. Für Hamilton war es der erste Sieg als Weltmeister und der insgesamt zehnte Sieg seiner noch kurzen Karriere, nachdem er zuvor in dieser Saison nie besser als Vierter gewesen war. Unangenehme Folgen hat der Ungarn-Grand-Prix für Renault: Das Team darf beim nächsten Rennen in Valencia nicht starten, weil beim ersten Boxen-Stopp am Boliden des Spaniers Fernando Alonso der rechte Vorderreifen schlampig montiert worden war.

Mark Webber war mit seinem dritten Rang der Gewinner im Kampf der Titel-Aspiranten. Denn WM-Leader Jenson Button (Brawn GP) kam an einem für ihn frustrierenden Nachmittag nicht über Rang sieben hinaus, sein Teamkollege Rubens Barrichello wurde Zehnter und Sebastian Vettel (Red Bull) schied mit einem Defekt der Radaufhängung in der 31. Runde aus. Der nächste Grand Prix steht erst in vier Wochen in Valencia auf dem Programm. Vor diesem führt Button mit 70 Punkten weiter deutlich vor Webber (51,5), Vettel (47) und Barrichello (44).

Bilder vom Grand Prix findest du in der Infobox!

Champagnerdusche und Bussi für Hamilton
Hamilton feierte mit Luftsprüngen und Champagnerduschen ausgelassen seinen Erfolg und küsste Siegespokal und Freundin Nicole Scherzinger. "Nach all den Enttäuschungen ist das ein unglaubliches Gefühl. Wir haben lange darauf gewartet, das ganze Team hat hart dafür gearbeitet. Ein fantastisches Wochenende", meinte Hamilton freudenstrahlend.

Erst als der neben ihm sitzende Räikkönen von einem zumindest noch halbwegs positiven Abschluss des Ferrari-Wochenendes sprach, verfinsterte sich die Miene Hamiltons und er meinte: "Gestern war ein sehr trauriger Tag. Wir vermissen Felipe, hoffentlich ist er bald wieder zurück." Ferrari schickte vor dem Rennen auch mittels einer Boxen-Tafel Genesungswünsche Richtung Massa, der am Samstag schwer verunglückte (siehe Infobox). Auf der Tafel war "Forza Felipe, Siamo Con Te" ("Kraft, Felipe, wir sind bei dir") zu lesen.

Räikkönen und Vettel mit Startkollision
Räikkönens zweiter Platz war noch von den Rennstewards gefährdet, denn nach einer Startkollision mit Vettel liefen am Sonntagnachmittag noch Untersuchungen. Bitter enttäuscht war Red Bulls Youngster Vettel, der einen Rückschlag im Titelkampf hinnehmen musste. "Das ist bitter. Wir müssen jeden Punkt aufholen. Wenn man dann nicht ankommt, kann man natürlich auch nicht punkten." Für Red Bull war es der erste technisch bedingte Ausfall in diesem Jahr.

Schlampiger Boxenstopp mit Folgen
Bitter lief es auch für Fernando Alonso. Der zweifache Weltmeister war aus der Pole Position ins Rennen gegangen, schied jedoch nach 15 Runden aus. Nur 24 Stunden nachdem Massa von einem verirrten Wagenteil mit voller Wucht auf dem Helm getroffen worden war, flog am Sonntag nach einem schlampigen Boxenstopp Alonsos rechter Vorderreifen durch die Gegend. Zum Glück wurde diesmal niemand getroffen. Alonso kehrte auf drei Reifen an die Box zurück und musste wenig später aufgeben.

Ausschluss für Renault
Dieses Missgeschick bleibt nicht ohne Folgen: Der Formel-1-Grand-Prix von Europa am 23. August in Valencia wird ohne die Renault-Piloten in Szene gehen. Das französische Team wurde am Sonntagabend von den Renn-Stewards mit dem Ausschluss aus dem nächsten WM-Lauf bestraft.

Die Rennkommissare bestraften Renault deswegen so hart, weil das Team den schlecht montierten Reifen zwar bemerkt, aber den Piloten nicht informiert hatte. Erst in der Vorwoche war der erst 18-jährige Formel-2-Pilot Henry Surtees, Sohn des früheren britischen Motorrad-und Formel-1-Weltmeisters John Surtees, in Brands Hatch von einem herumfliegenden Reifen getroffen und getötet worden. Renault hat die Möglichkeit, gegen diese Entscheidung Berufung einzulegen.

Die Kommissare waren nach der Auswertung von Video- und Funk-Mitschnitten sowie zwei Treffen mit Renault-Teammanager Steve Nielsen der Ansicht, dass der Rennstall grob fahrlässig gehandelt hatte. Laut einer Mitteilung des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) habe Renault Alonso nach dem ersten Boxenstopp losfahren lassen, obwohl man gewusst habe, dass die Radmutterbefestigung nicht richtig festgeschraubt war und nicht verhindert, dass er die Boxengasse verlässt.

Debüt für Alguersuari
Alonsos spanischer Landsmann Jaime Alguersuari avancierte am Sonntag im Alter von 19 Jahren und 125 Tagen zum jüngsten Formel-1-Starter der Geschichte. Der Teenager wurde zwar überrundet, kam jedoch als 15. noch vor seinem Toro-Rosso-Teamkollegen Sebastien Buemi ins Ziel.

Der Endstand

1

Lewis Hamilton

McLaren-Mercedes

1:38:23.876

2

Kimi Räikkönen

Ferrari

+ 11.5 Sekunden

3

Mark Webber

Red Bull

+ 16.8 

4

Nico Rosberg

Williams

+ 26.9 

5

Heikki Kovalainen

McLaren-Mercedes

+ 34.3 

6

Timo Glock

Toyota

+ 35.2 

7

Jenson Button

Brawn GP

+ 55.0 

8

Jarno Trulli

Toyota

+ 68.1 

9

Kazuki Nakajima

Williams

+ 68.7 

10

Rubens Barrichello

Brawn GP

+ 69.2 

11

Nick Heidfeld

BMW Sauber

+ 70.6 

12

Nelsinho Piquet

Renault

+ 71.5 

13

Robert Kubica

BMW Sauber

+ 74.0 

14

Giancarlo Fisichella

Force India

+ 1 Runde

15

Jaime Alguersuari

Toro Rosso

+ 1 Runde

16

Sebastien Buemi

Toro Rosso

+ 1 Runde

Ausgeschieden: Sebastian Vettel (GER/Red Bull), Fernando Alonso (ESP/Renault), Adrian Sutil (GER/Force India)

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