Klien will mehr

“Testfahrer ist nicht mein Ding”

Sport
24.07.2009 13:03
Christian Klien ist als Ersatzfahrer von BMW Sauber mittendrin im Formel-1-Geschehen und steht gleichzeitig auch im Abseits. 2010 will der Vorarlberger wieder auf die große Bühne zurückkehren, also Rennen bestreiten. "Mich nur als Testfahrer geschlagen zu geben, das ist nicht wirklich mein Ding", stellte Klien am Rande des Ungarn-Grand-Prix in einem Interview klar.

"Der nächste Schritt ist wieder ein Einsatzcockpit. Ich mache den Testfahrerjob wegen der Aussicht, wieder in einen Rennsitz zu kommen", meinte der 26-Jährige, der von 2004 bis 2006 für Jaguar und Red Bull Racing 47 Formel-1-Rennen bestritten hat.

Kliens erster Ansprechpartner ist sein aktueller Arbeitgeber BMW Sauber, bei dem er derzeit hinter Nick Heidfeld und Robert Kubica die Nummer drei ist. Aber auch die neuen Teams Campos, Manor und USF1 könnten ein interessantes Thema werden. "Mit meiner dreijährigen Rennerfahrung in der Formel 1 könnte ich eine gute Option für kommende Saison sein", glaubt Klien.

"Fahrermarkt ist sehr ruhig"
Aktuell sei es noch zu früh, um über konkrete Optionen zu sprechen. Denn das Formel-1-Transferkarussell, das sich normalerweise um diese Jahreszeit bereits kräftig dreht, macht im Sommer 2009 noch einen sehr ruhigen Eindruck. Schuld daran sind laut Klien die zahlreichen sportpolitischen Diskussionen, die seit vielen Monaten das Formel-1-Geschehen dominieren. "Dadurch ist der Fahrermarkt noch sehr ruhig."

Bezüglich der drei neuen Teams für die Saison 2010 müsse man noch abwarten. "Ich selbst habe noch kein Gefühl, ob und in welcher Form Manor und USF1 am Start sein werden. Bei Campos kann ich mir schon vorstellen, dass sie fahren. Aber derzeit sind diese Teams noch nicht wirklich greifbar."

"Teambosse sehen das wahre Potential nicht"
Früher waren Ersatzfahrer aufgrund der umfangreichen Tests und der Einsätze in den Freien Trainings am Freitag und Samstag ständig in der Öffentlichkeit präsent. All dies ist jedoch dem strengen Sparkurs in der Formel 1 zum Opfer gefallen, was für Leute wie Klien den Weg zurück ins Renncockpit natürlich deutlich steiniger macht. "Dadurch können Teambosse und Ingenieure das wahre Potenzial eines Fahrers nicht sehen", weiß Klien.

Bei BMW Sauber weiß man hingegen durch seine teaminterne Arbeit um seine Qualitäten, deshalb wäre ein dortiger Aufstieg von Ersatz- zum Renn-Piloten die optimale Lösung. "Ich fühle mich bei BMW Sauber sehr wohl. Die Mentalität der Schweizer und Deutschen ist jener der Österreicher sehr ähnlich. Am besten wäre, hierzubleiben und Rennen zu fahren."

"Will bestmöglichen Job machen"
Dafür müsste BMW, das heuer weit hinter den Erwartungen fährt und mit nur acht Punkten Platz acht in der Team-WM belegt, die aktuelle Fahrerpaarung Heidfeld/Kubica wechseln. Klien glaubt, dass BMW etwa im September das Pilotenduo für 2010 nominieren wird. "Bis dahin heißt es abwarten und bestmöglich den Job machen." Sollten Angebote von anderen Teams kommen, müsse man natürlich auch über diese nachdenken.

Aktuell fährt BMW der Konkurrenz weit hinterher, Klien schätzt den aktuellen Rückstand auf die Spitze auf etwa acht Zehntel pro Runde ein. Sein Stallgefährte Heidfeld versprühte für das zehnte Saisonrennen am Sonntag nur wenig Optimismus: "Unser Auto ist zu langsam. Das könnte ein schwieriges Wochenende werden."

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