Fr, 17. August 2018

Im Bann des Gifts

10.05.2009 11:18

Drei Generationen durch Drogensucht zerstört

Suchtgift hat in Mürzzuschlag eine Familie über drei Generationen zerstört. Vermutlich im Drogenrausch löste Samstag früh eine 41-Jährige einen Zimmerbrand aus und wurde schwer verletzt. Erst sechs Tage zuvor war ihr Sohn an einer Überdosis gestorben - so wie vor Jahren ihre Mutter und deren Lebensgefährte.

Eine Angestellte, die im dritten Stock des (fünfstöckigen) Hauses Grazerstraße 21 ihre Mutter besuchte, war es zu verdanken, dass das Feuer rechtzeitig entdeckt wurde. Die Frau nahm beißenden Geruch wahr und alarmierte daraufhin die Feuerwehr.

Mit brennender Zigarette eingeschlafen
Wie sich herausstellte, war im Parterre eine Frühpensionistin (41) gegen 7 Uhr mit einer brennenden Zigarette eingeschlafen und hatte dadurch den Brand verursacht. Dieser griff auf die Matratze und die Holzumrandung des Bettes und dann auf das ganze Schlafzimmer über. Die Frau konnte sich selbst retten, wurde aber an einem Unterarm schwer verletzt und erlitt eine Rauchgasvergiftung.

"Eine einzige Tragödie"
Es besteht der Verdacht, dass die Steirerin zum Unglückszeitpunkt unter Drogeneinfluss stand. "Alles ist eine einzige Tragödie", sagt ein erhebender Beamter. Damit meint er den Verfall dieser Familie über drei Generationen - schuld daran seien die Drogen gewesen.

Sohn kurz vor 19. Geburtstag gestorben
Sechs Tage vor dem Feuer, am 3. Mai in Mödling, war der Sohn des Brandopfers an einem Medikamenten-Mix zugrunde gegangen (siehe Story in der Infobox). Eine Bekannte fand ihn um 23.30 Uhr in ihrer Wohnung, Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos. Am kommenden Mittwoch wäre der Steirer 19 Jahre alt geworden.

Mutter und Lebensgefährte: Überdosis Heroin
Bereits vor Jahren war - ebenfalls in Mürzzuschlag - die Mutter der Frühpensionistin tot aufgefunden worden. Laut Obduktion starb sie an einer Überdosis Heroin. Doch den "Schuss", der ihr Leben beendete, hatte sie sich diesmal nicht selbst gesetzt. Einige Tage danach beging ihr Lebensgefährte durch eine Überdosis Heroin Selbstmord. Er hinterließ einen Abschiedsbrief, in dem er gestand, seiner Freundin gegen ihren Willen das Heroin injiziert zu haben - um sie zu töten.

Zweiter Wohnungsbrand
Zuletzt hatte es im Haus Grazerstraße 21 am 21. Dezember 2007 gebrannt, damals im zweiten Stock. Auch dieses Feuer war von einem Süchtigen verursacht worden...

von Manfred Niederl ("Steirerkrone") und steirerkrone.at

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