03.03.2009 18:24 |

"Krone"-Reportage

Mit Arnold Schwarzenegger kam die Hoffnung

Was Obama kann, das kann auch Schwarzenegger - nämlich Optimismus und Zuversicht verbreiten. Das hat er am Montag bei der Eröffnung der CeBIT in Hannover getan, der weltgrößten Messe der Informations- und Kommunikationsbranche. Erstmals war nicht eine Nation, sondern ein US-Bundesstaat Partner der Elektronik-Heerschau. Und die Hannoveraner wussten genau, warum sie das gerade in einem Jahr taten, das krisengeschüttelt und von drohendem Aussteller- und Besucherschwund gezeichnet ist. Der steirische Gouverneur der Kalifornier brachte bei seinem ersten Deutschland-Besuch als Politiker das mit, was auch seine amerikanischen Landsleute dringend brauchen: Aufbruchsstimmung!

Gerade erst hat Arnold Schwarzenegger in seinem Sacramento nach hartem, halbjährigem Ringen ein Budget erkämpft, aber die Probleme der achtgrößten Wirtschaftsmacht der Erde sind lange nicht beseitigt. Im Mai werden die Kalifornier bei einer "Special Election" wieder zu den Urnen gerufen, um zu entscheiden, ob sie, als Kampfmittel gegen den drohenden Bankrott, unter anderem mit Steuererhöhungen einverstanden sind.

Notstand in Kalifornien
Erst in der Vorwoche musste Schwarzenegger angesichts der drohenden Wasserknappheit den Notstand ausrufen. Dürreperioden und veraltete Technik ("unsere Wasserversorgung wurde geschaffen, als hier 18 Millionen Menschen lebten, jetzt sind es 38 Millionen") haben auch hier zu einer Krisensituation geführt.

Arnie wieder beliebter
Aber der Steirer in Sacramento hat Pläne, Visionen - und jene Zuversicht, die ihn schon damals, als er die Kalifornier überzeugt hatte, der richtige Mann am richtigen Platz zu sein, auf den Gouverneurssessel katapultiert hatte. Das spüren seine amerikanischen Landsleute, und seine Beliebtheitswerte klettern seit dem Budget-Erfolg wieder in die Höhe. Viel Zeit hat er nicht - daheim gibt's genug zu tun. Aber die Zeit für den Trip nach Deutschland hat er sich trotz allem genommen.

"Gemeinsam kämpfen"
"Weil hier in Hannover das stattfindet, was die Welt gerade jetzt so dringend braucht: die internationale Vernetzung von kreativen und innovativen Geistern. Wir Kalifornier waren auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationsbranche stets weltweit führend. Unser Silicon-Valley ist die Geburtsstätte dieser weltverändernden Technologie... Jetzt müssen alle enger zusammenrücken und gemeinsam gegen das, was man Krise nennt, ankämpfen!"

Letzter Europabesuch für "Terminator III"
Als Hollywoodstar war er zuletzt 2003 in Deutschland. Damals fand hier die Europa-Premiere seines letzten Films - Terminator III - statt. Und wie damals bewiesen die Deutschen auch jetzt, dass sie Schwarzenegger-Fans sind. "Hier sind meine Filme immer sensationell gelaufen, die Presse hat mich stets fair und freundlich behandelt", sagte er bei der CeBIT-Eröffnungsrede. "Ich hoffe, es bleibt so!"

Alle Politiker machen Schwarzenegger den Hof
Tosender Applaus. Die Deutschen bewundern seine Erfolgsstory - Arnold ist der Superstar in Hannover. "Es ist seltsam", sagt Marc Hujer, "Spiegel"-Redakteur und gerade dabei, ein Buch über Schwarzenegger zu schreiben, "hier bei uns ist er ein Zwischending aus Film- und Politstar. Ein Erfolgsmensch, und die stehen bei uns immer hoch im Kurs." Unmengen von Autogrammjägern und Adabeis, die das Innenstadt-Nobelhotel belagern, in dem der Gouverneur logiert, geben ihm Recht. Das Medieninteresse ist gewaltig. Und alle Politiker machen ihm den Hof.

Zuerst Hannovers Bürgermeister Stephan Weil, der ihn zur Eintragung ins Goldene Buch der Stadt ins altehrwürdige Rathaus lädt, dann Christian Wulff, Ministerpräsident von Niedersachsen, in dessen Residenz er staatsmännisch empfangen wird, und - Kanzlerin Angela Merkel, die ihn auf dem Messegelände empfängt, während langatmiger Vorreden neben ihm sitzt, gebannt seinen Worten lauscht (die mit dem berühmten "I'll be back" enden) und sagt: "Sie dürfen wiederkommen, Herr Gouverneur! Bei Ihrer Rede ist es gleich ein bisschen fröhlicher bei uns geworden als normalerweise."

Fröhlichkeit können sie gut brauchen, die Deutschen. Viele lassen sich von der wirtschaftlichen Düsternis das auch sonst nicht überschwängliche Lächeln aus den Gesichtern wischen. Da kam der Gouverneur gerade recht.

"Körperlicher" Bezug zu Deutschland
Und auch ihm wars recht. Wieder ein bissl Star sein können in Deutschland. Da, wo sich für ihn das Tor zur Weltkarriere geöffnet hatte. "Ich bin als 19-Jähriger nach München gekommen. Während der beiden Jahre, die ich hier verbracht habe, bin ich zweimal Mister Universum und erwachsen und reifer geworden", sagt er.

Und gut war's auch für Österreich - denn dass er als einer von uns nach München gekommen ist, wird in Hannover oft betont. Einen solchen haben sie nicht. Auch wenn Arnold am Beginn der Merkel-Rede aufsteht und die Anwesenden zur "Standing Ovation" für sie animiert...

von Werner Kopacka aus Hannover, "Steirerkrone"

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