Sa, 18. August 2018

Parteien einig

12.02.2009 13:44

Obamas Konjunkturpaket ist durch

789.000.000.000 Dollar (umgerechnet 610 Milliarden Euro) gegen die Krise: US-Präsident Barack Obama hat sein Konjunkturpaket im Kongress durchgesetzt. Die oppositionellen Republikaner und Obamas Demokraten einigten sich am Mittwoch im Vermittlungsausschuss unerwartet schnell auf einen Kompromiss. Das Maßnahmenbündel aus Staatsausgaben und Steuersenkungen hat einen Wert von umgerechnet 6,1 Milliarden Euro. Obama dankte den Abgeordneten und Senatoren, das Programm werde mehr als 3,5 Millionen Jobs schaffen oder erhalten.

Mit dem endgültigen Ja von Senat und Abgeordnetenhaus wird bis Ende der Woche gerechnet. Dann kann Obama das Gesetz in Kraft setzen. Weiter umstritten ist der Billionen-Rettungsplan für die US-Banken.

Etwas mehr als ein Drittel (35 Prozent) des Konjunkturpakets sind nach Angaben der republikanischen Senatorin Susan Collins für Steuersenkungen vorgesehen, den Rest will der Staat investieren. Mit 789 Milliarden Dollar liegt das Paket deutlich unter Entwürfen, die zuvor jeweils der Senat und das Repräsentantenhaus beschlossen hatten. Gekürzt wurden nach Medienberichten finanzielle Hilfen für die Bundesstaaten sowie für Bau und Renovierung von Schulen. In dem Kompromiss seien zudem weniger Subventionen für die Krankenversicherung von Arbeitslosen vorgesehen.

Obama dankt Kongress für Konjunkturpaket
Obama lobte die Demokraten im Repräsentantenhaus, die den Kompromiss angeschoben hätten, während die Mitglieder des gesamten Kongresses das Programm "mit der Dringlichkeit, die diese Zeiten gebieten", weiter vorangebracht hätten. "Wir waren in der Lage, die Differenzen zu überbrücken", sagte der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid. "Es war ein Geben und Nehmen." Nach den Worten der republikanischen Senatorin Olympia Snowe, die wie Collins entscheidend an der Einigung mitgearbeitet hatte, hat das Paket nun "die richtige Größe". Es gleiche die Interessen von Demokraten und Republikanern aus.

Schon an diesem Donnerstag könnte über den Kompromiss im Repräsentantenhaus abgestimmt werden, wo die Demokraten eine deutliche Mehrheit haben. In der kleineren Kammer, dem Senat, brauchen die Demokraten 60 Stimmen, um eine Blockade zu verhindern. Sie verfügen allerdings nur über 58 Stimmen. Bei dem Votum des Senats über den ersten Entwurf am Dienstag hatten sich drei Republikaner auf die Seite der Demokraten geschlagen.

Hilfspaket für Finanzsektor umstritten
Das neue, bis zu zwei Billionen Dollar (1,546 Billionen Euro) umfassende Paket zur Stabilisierung des Finanzsektors, das Finanzminister Timothy Geithner am Dienstag in Washington vorgestellt hatte (Bericht in der Infobox), birgt nach Ansicht von Fachleuten indes erhebliche Risiken und ist "mit heißer Nadel gestrickt". Das Grundproblem des Mega-Rettungsplans - die Belastung der Banken durch "Ramschpapiere" und die daraus resultierende Vertrauenskrise - wird nach Meinung von Fachleuten nicht behoben.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.