300.000 ohne Job

Eine Milliarde Euro gegen die hohe Arbeitslosigkeit

Österreich
03.02.2009 13:35
Die globale Wirtschaftskrise hat nun auch den heimischen Arbeitsmarkt voll erfasst: Die Zahl der Jobsuchenden stieg im Jänner um 12,2 Prozent auf 301.529 Personen. Besonders stark betroffen sind Jugendliche und Männer, weil Industriebetriebe abbauen. Wichtig ist gegenzusteuern - eine Milliarde Euro stehen bereit. So viel will die Regierung heuer in die Hand nehmen, um die schlimmsten Folgen der Krise abzufedern.

Die 32.777 zusätzlichen Arbeitslosen im Jänner bedeuten den größten Anstieg seit 2001. Im Bundesländer-Vergleich wiesen Salzburg und das Industrieland Oberösterreich die schlechtesten Zahlen auf. Insgesamt stieg die Arbeitslosenquote in Österreich von 7,5 auf 8,3 Prozent (siehe ausführliche Story in der Infobox).

Mit einer Reihe von Maßnahmen versuchen nun Wirtschaftminister Reinhold Mitterlehner und Sozialminister Rudolf Hundstorfer (Bild) gegenzusteuern:

  • Ausbau der Kurzarbeit: Derzeit sind 22.400 Arbeitnehmer von Kurzarbeit betroffen. Hundstorfer: "Im laufenden Jahr könnten es an die 40.000 werden." War bisher ein Jahr die Höchstdauer, so kann das Kurzarbeitsgeld künftig 18 Monate lang bezogen werden. 
  • Weiterbildung für Kurzarbeiter: Eine Förderung des Arbeitsmarktservices für Betriebe, die ihren Kurzarbeitern in der freien Zeit eine Weiterqualifizierung ermöglichen. Das Ausmaß dieser Qualifizierungsbeihilfe wird noch verhandelt. 
  • Bildungskarenz Plus: Sofern der Betrieb Schulungen von Mitarbeitern, die in Bildungskarenz gehen, finanziert, soll es eine Förderung von 50 Prozent geben. Die Lebenshaltungskosten der Person zahlt das AMS. 
  • Altersteilzeit: Geplant ist, dass Firmen mit unter 20 Beschäftigten für Mitarbeiter, die in Altersteilzeit gehen, keine Ersatzarbeitskraft einstellen müssen. 
  • Arbeitsstiftungen: Leiharbeitern, die ihren Job verlieren, soll künftig in Branchenstiftungen bei der Stellensuche geholfen werden. 
  • Kredite für Firmen: "Die Banken halten sich mit der Vergabe langfristiger Kredite zurück", sagt Mitterlehner. Die Förderinstitution Austria Wirtschaftsservice beantragt nun eine Bank-Konzession, um eventuell Kleinstkredite zu vergeben. 

Kronen Zeitung

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