Kampfansage

Spätzünder Loitzl hat jetzt Lust auf mehr

Steiermark
08.01.2009 11:57
Wolfgang Loitzl hat sich binnen einer Woche vom sieglosen Geheimfavoriten zum überlegenen Tournee-Triumphator entwickelt. "Es ist in den vergangenen Tagen so viel Positives auf mich eingestürzt, ich werde eine gewisse Zeit brauchen, um das zu verarbeiten", erklärte Loitzl in Bischofshofen nach seinem dritten Erfolg in Serie. "Jetzt gehöre ich ganz vorne dazu. Man macht den Sport ja, weil man gewinnen will, erfolgreich sein will. Das ist mir aber fast ein wenig zu schnell gegangen", so der Steirer, der erst bei seiner 13. Vierschanzen-Tournee so richtig aufblühte.

Nach dem nicht erwarteten Tournee-Coup revidierte Loitzl seine weiteren Saisonziele nach oben. "Ich bin jetzt im Gesamtweltcup einen Punkt hinter Schlierenzauer Dritter. Ich bin mir sicher, dass mir das Gas nicht ausgehen wird", lautet die Kampfansage Loitzls an Schlierenzauer und den führenden fünffachen Saisonsieger Simon Ammann. Auch für die Weltmeisterschaft in Liberec rechnet er sich nun einiges aus. "Ich habe jetzt die Gewissheit, dass ich jederzeit ganz oben stehen kann."

Beim 223. Versuch hat es geklappt
"Ich habe die ersten drei Springen zum wichtigsten Zeitpunkt gewonnen", stellte der frisch gebackene Tournee-Sieger klar. Loitzl, der in einer Woche seinen 29. Geburtstag feiert, hatte sich lange gedulden müssen, ehe ihm in seinem 223. Weltcup-Bewerb der erste Erfolg gelang. Eine verpatzte Landung im ersten Durchgang in Oberstdorf, die ihm 1,2 Punkte hinter dem späteren Gesamt-Zweiten Ammann Platz zwei eingebracht hatte, verhinderte im Nachhinein betrachtet Siege auf allen vier Schanzen. Den "Grand Slam" hat bisher nur der Deutsche Sven Hannawald geschafft (2001/02).

Weitere Details zu Loitzls Triumph gibt es in der Infobox!

Dem weinte Loitzl aber keine Träne nach. "Wer weiß, was gewesen wäre, wenn ich schon in Oberstdorf gewonnen hätte. Es war eine Tournee, die nicht besser hätte verlaufen können", bekräftigte der Steirer. Nach dem Premierensieg in Garmisch-Partenkirchen und dem zweiten in Innsbruck habe er erst in Bischofshofen Druck verspürt. "Im Wettkampf hatte ich keine Probleme. Nach dem Probedurchgang hatte ich jedoch ein wenig Zweifel", so Loitzl, der fast zehn Meter kürzer als Ammann und Schlierenzauer gesprungen war.

Historische Höchstnote
Diese Zweifel räumte er dann im ersten Wertungsdurchgang mit einem 142,5-m-Flug, der ihm mit fünfmal 20,0 eine historische Höchstnote einbrachte, eindrucksvoll aus. "Das war der wichtigste Sprung der Tournee. Danach war ich mir erstmals ganz sicher, dass es reicht", so Loitzl. Eine weitere Höchstweite im zweiten Durchgang sicherte ihm endgültig den dritten Tagessieg und den schließlich überlegenen Tournee-Gesamterfolg vor dem Schweizer Ammann und Schlierenzauer.

Nur eine kurze Pause
Bereits in zwei Tagen, in denen er erst einmal zur Ruhe kommen wolle, um das Erreichte zu verarbeiten, geht es für den Tourneesieger mit dem Skifliegen in seiner Heimat am Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz weiter. "Mal schauen, ob sie mich noch nach Bad Mitterndorf hineinlassen werden", scherzte Loitzl, dessen Frau Marika bei dieser Tournee erstmals im Stadion die Daumen gedrückt hatte. "Das wird eine tolle Veranstaltung, mit viel Zuschauerzuspruch", sagte Loitzl, der seine Siegchancen auch im Skifliegen gestiegen sieht.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
08.01.2009 11:57
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt