Nach dem nicht erwarteten Tournee-Coup revidierte Loitzl seine weiteren Saisonziele nach oben. "Ich bin jetzt im Gesamtweltcup einen Punkt hinter Schlierenzauer Dritter. Ich bin mir sicher, dass mir das Gas nicht ausgehen wird", lautet die Kampfansage Loitzls an Schlierenzauer und den führenden fünffachen Saisonsieger Simon Ammann. Auch für die Weltmeisterschaft in Liberec rechnet er sich nun einiges aus. "Ich habe jetzt die Gewissheit, dass ich jederzeit ganz oben stehen kann."
Beim 223. Versuch hat es geklappt
"Ich habe die ersten drei Springen zum wichtigsten Zeitpunkt gewonnen", stellte der frisch gebackene Tournee-Sieger klar. Loitzl, der in einer Woche seinen 29. Geburtstag feiert, hatte sich lange gedulden müssen, ehe ihm in seinem 223. Weltcup-Bewerb der erste Erfolg gelang. Eine verpatzte Landung im ersten Durchgang in Oberstdorf, die ihm 1,2 Punkte hinter dem späteren Gesamt-Zweiten Ammann Platz zwei eingebracht hatte, verhinderte im Nachhinein betrachtet Siege auf allen vier Schanzen. Den "Grand Slam" hat bisher nur der Deutsche Sven Hannawald geschafft (2001/02).
Weitere Details zu Loitzls Triumph gibt es in der Infobox!
Dem weinte Loitzl aber keine Träne nach. "Wer weiß, was gewesen wäre, wenn ich schon in Oberstdorf gewonnen hätte. Es war eine Tournee, die nicht besser hätte verlaufen können", bekräftigte der Steirer. Nach dem Premierensieg in Garmisch-Partenkirchen und dem zweiten in Innsbruck habe er erst in Bischofshofen Druck verspürt. "Im Wettkampf hatte ich keine Probleme. Nach dem Probedurchgang hatte ich jedoch ein wenig Zweifel", so Loitzl, der fast zehn Meter kürzer als Ammann und Schlierenzauer gesprungen war.
Historische Höchstnote
Diese Zweifel räumte er dann im ersten Wertungsdurchgang mit einem 142,5-m-Flug, der ihm mit fünfmal 20,0 eine historische Höchstnote einbrachte, eindrucksvoll aus. "Das war der wichtigste Sprung der Tournee. Danach war ich mir erstmals ganz sicher, dass es reicht", so Loitzl. Eine weitere Höchstweite im zweiten Durchgang sicherte ihm endgültig den dritten Tagessieg und den schließlich überlegenen Tournee-Gesamterfolg vor dem Schweizer Ammann und Schlierenzauer.
Nur eine kurze Pause
Bereits in zwei Tagen, in denen er erst einmal zur Ruhe kommen wolle, um das Erreichte zu verarbeiten, geht es für den Tourneesieger mit dem Skifliegen in seiner Heimat am Kulm bei Bad Mitterndorf/Tauplitz weiter. "Mal schauen, ob sie mich noch nach Bad Mitterndorf hineinlassen werden", scherzte Loitzl, dessen Frau Marika bei dieser Tournee erstmals im Stadion die Daumen gedrückt hatte. "Das wird eine tolle Veranstaltung, mit viel Zuschauerzuspruch", sagte Loitzl, der seine Siegchancen auch im Skifliegen gestiegen sieht.
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