Loitzl musste sich vor 20.000 Zuschauern im dritten Weltcup-Bewerb in Folge mit Rang zwei bescheiden. "Das waren wieder zwei gute Sprünge, die Landung im ersten hat mich wohl den Sieg gekostet. Aber ich habe nichts verloren, sondern mehr gewonnen", betonte Loitzl, dessen bestes Tournee-Resultat bisher Rang sechs im Vorjahr in Oberstdorf gewesen war.
Premierensieg für Ammann
Ammann, der sich nach Sprüngen auf 136,5 und 134 Meter 1,2 Punkte vor Loitzl (135 und 134) durchsetzte, feierte seinen fünften Saisonsieg und stand erstmals bei einem Tourneespringen ganz oben. "Ich habe mich rechtzeitig in Wettkampflaune gebracht und im zweiten Durchgang einen starken Sprung ausgepackt", freute sich der Schweizer.
"Wolfgang Loitzl kann man wirklich gratulieren, er hatte im ersten Durchgang einen kleinen Wackler, sonst wäre es der Sieg für ihn geworden", meinte ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, dessen Schützlinge Morgenstern und Schlierenzauer im Vorjahr im Allgäu noch für einen ÖSV-Doppelsieg gesorgt hatten.
Schlierenzauer bleibt dran
Hinter Wassilijew hielt Schlierenzauer (133/134), der nach dem ersten Durchgang auf Rang sieben gelegen war, mit einem starken zweiten Sprung den Schaden noch in Grenzen und verlor in der Endabrechnung 6,3 Punkte auf Ammann. "Ich bin gar nicht so unzufrieden. Vor allem der zweite Sprung war vom Technischen her sehr gut, aber leider hatte ich einen kleinen Fehler, der mich zwei, drei Meter gekostet hat", kommentierte der 18-jährige Tiroler den Auftakt.
Loitzl war bereits nach dem ersten Sprung hinter Ammann und vor dem Norweger Anders Jacobsen an zweiter Stelle gelegen. Morgenstern (128) war hinter Teamkollege Martin Koch nur an 13. Position klassiert gewesen. Dem Kärntner gelang mit dem Finalsprung auf 126 Meter keine nennenswerte Verbesserung, der 22-Jährige verlor insgesamt 31,7 Punkte auf Sieger Ammann. "Zum Sieg hat es nicht gereicht, aber ich kann, glaube ich, trotzdem zufrieden sein. Es fehlt jedoch noch etwas auf die Topspringer", erklärte der Weltcup-Titelverteidiger.
Koch stürzt ab
Skiflug-Vizeweltmeister Koch (129/116) stürzte im Finale ab und wurde nur 23. Der Tiroler Andreas Kofler (125,5/120,5) fand auch in Oberstdorf noch nicht zu alter Stärke und belegte Rang 20. Tournee-Neuling Markus Eggenhofer (122,0/118,5) hatte sich im ersten Durchgang gegen Shohei Tochimoto (JPN) durchgesetzt und belegte schließlich Platz 28. Im K.o.-Duell mit Teamkollege Koch erwartungsgemäß auf der Strecke geblieben war im ersten Durchgang Tournee-Debütant Daniel Lackner (45./117,0 m). Am Dienstag übersiedelte der Tournee-Tross weiter nach Garmisch-Partenkirchen, wo am Neujahrstag der zweite Bewerb in Szene geht.
Das Ergebnis:
1. Simon Ammann (SUI) 286,4 Punkte (136,5 m/134,0 m)
2. Wolfgang Loitzl (AUT) 285,2 (135,0/134,0)
3. Dmitrij Wassilijew (RUS) 284,4 (134,5/136,0)
4. Gregor Schlierenzauer (AUT) 280,1 (133,0/134,0)
5. Martin Schmitt (GER) 273,8 (134,5/129,0)
6. Anders Jacobsen (NOR) 269,0 (138,0/127,0)
7. Harri Olli (FIN) 268,5 (135,5/127,0)
8. Kalle Keituri (FIN) 267,8 (131,5/129,5)
9. Michael Neumayer (GER) 259,8 (133,0/125,5)
10. Michael Uhrmann (GER) 256,9 (131,5/124,0)
11. Thomas Morgenstern (AUT) 254,7 (128,0/126,0)
12. Emmanuel Chedal (FRA) 251,7 (131,0/123,0)
13. Matti Hautamäki (FIN) 250,5 (126,5/126,0)
14. Ville Larinto (FIN) 249,9 (125,0/128,0)
15. Stephan Hocke (GER) 247,3 (124,0/127,0)
16. Fumihisa Yumoto (JPN) 244,9 (127,5/123,0)
17. Noriaki Kasai (JPN) 243,9 (127,0/123,5)
18. Denis Kornilow (RUS) 242,4 (127,5/123,0)
19. Daiki Ito (JPN) 240,9 (128,0/120,0)
20. Andreas Kofler (AUT) 237,3 (125,5/120,5)
21. Johan Remen Evensen (NOR) 236,7 (126,5/120,0)
22. Andreas Küttel (SUI) 236,2 (123,0/123,5)
23. Martin Koch (AUT) 233,5 (129,0/116,0)
24. Vincent Descombes Sevoie (FRA) 232,4 (125,0/120,5)
25. Jakub Janda (CZE) 232,3 (125,0/118,5)
26. Roman Koudelka (CZE) 232,2 (124,5/119,5)
27. Adam Malysz (POL) 229,5 (124,5/118,0)
28. Markus Eggenhofer (AUT) 225,9 (122,0/118,5)
29. Ilja Rosljakow (RUS) 221,3 (125,5/113,0)
30. Andreas Wank (GER) 214,8 (115,5/120,5)
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