"Schwarzes Gold"

Steirische Kernölbauern schalten auf Reserve

Steiermark
17.12.2008 13:39
Das "schwarze Gold" der Steiermark hat 2008 nicht so ergiebig gesprudelt: Die Ölkürbis-Anbaufläche hat sich - nach einem Minus im Vorjahr - um weitere gut 10 Prozent reduziert, zudem gingen die Kürbiskern-Erträge witterungsbedingt zurück. Das Angebot sei daher derzeit begrenzt, aufgrund von Reserven drohe aber akut kein Engpass, heißt es vonseiten der Landwirtschaftskammer. 2009 müsse die Ernte aber besser ausfallen, will man nicht Marktanteile verlieren.

Betrug die Ölkürbis-Anbaufläche 2007 in der Steiermark noch rund 11.700 Hektar, waren es heuer nur etwa 10.400 Hektar (Österreich: 16.200 Hektar). Der Grund liege in der ungünstigen Preissituation im Frühjahr, so Bernhard Glawogger, Geschäftsführer des Erzeugerrings Steirisches Kürbiskernöl. Mit anderen Worten: Der Anbau anderer Kulturen wie Mais oder Getreide war für die Landwirte lukrativer.

Vorerst keine Engpässe
Da die Lager aufgrund der guten Vorjahresernte noch einigermaßen gefüllt sind, seien laut Glawogger vorerst keine Engpässe zu erwarten. Doch auch 2007 waren die Anbauflächen schon rückläufig - ein Trend, der nun mittelfristig zu einer Angebotsknappheit führen könnte. Einige Märkte, etwa im Exportbereich, wären bei Fortsetzung der Entwicklung nur noch schwer zu bedienen. Dazu komme der Druck aus Ländern wie der Ukraine, Russland und China, aus denen das Angebot an Kernen steige. Hier ärgert die steirischen Kürbisbauern die unklare Deklaration, der sie mit der noch besseren Positionierung ihres EU-geschützten Herkunftsproduktes begegnen wollen.

Nachfrage wächst ständig
Glawogger ist aber insgesamt optimistisch, dass der Ölkürbis im kommenden Jahr wieder großflächiger angebaut wird. Es gebe Anreize für die Bauern: Das Preisgefüge habe sich mittlerweile zugunsten des Kürbis gedreht und die Nachfrage nach Kürbiskernöl wachse ständig - in Deutschland sogar im zweistelligen Bereich. Der derzeit hohe Marktpreis von rund 3,40 Euro pro Kilogramm Kerne dürfte aber kaum zu halten sein.

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