14.11.2008 22:47 |

"Krone"-Interview

"Rosemarie F. darf ihre Enkel nicht mehr sehen!"

"Rosemarie steht vor dem finanziellen Ruin. Sie muss mittlerweile im Sozialmarkt einkaufen und kommt kaum über die Runden. Am meisten trifft es sie aber, dass sie ihre Enkelkinder nicht oder nur sehr selten sehen kann!" - 202 Tage nach der Festnahme von Horror-Vater Josef F. in Amstetten in Niederösterreich packt seine Schwägerin, Christine R., im "Krone"-Interview aus. Sie spricht über den Alltag von Hauptopfer Elisabeth und die Entwicklung der Kinder in der Schule.

Mutter Elisabeth kocht Frühstück und Mittagessen, korrigiert die Hausübungen, und die Kleinen spielen mit Begeisterung Computer oder sehen sich die neuesten Trickfilme auf DVD an. Nur das Fernsehen und Zeitunglesen ist nach wie vor tabu. In der hermetisch abgeriegelten Klinik Mauer-Öhling ist eine Art Alltag eingekehrt.

"Monika, Lisa und Alexander besuchen unter einem neuen Namen eine Schule in der Nähe. Stefan, Felix und Kerstin, die im Verlies gefangen waren, werden weiterhin von Privatlehrern unterrichtet. Ihre Mutter verbringt jede freie Minute mit den Kleinen. Gemeinsam unternimmt man zum Beispiel ausgedehnte Spaziergänge in der Umgebung", schildert Christine R. im Exklusiv-Gespräch mit der "Krone".

"Sie muss das Brot im Sozialmarkt kaufen"
"Alle entwickeln sich prächtig." Nur um ihre Schwester Rosemarie macht sich die 56-Jährige mittlerweile wirklich Sorgen: "Sie hat große psychische Probleme, erhält aber kaum Hilfe, weil man sie einfach nicht als Opfer ansehen will. Sie bekommt nicht einmal 700 Euro im Monat. Jede Unterstützung beim Amt muss sie sich erbetteln. Sogar die Namensänderung um 350 Euro musste sie selber bezahlen. Obwohl sie nun eine Wohnung in Oberösterreich gefunden hat, lebt sie bei Verwandten, weil sie sich den Umzug nicht leisten kann. Mittlerweile muss Rosemarie im Sozialmarkt Brot, Fertigsuppen, Milch und andere Lebensmittel einkaufen."

Nur eingeschränktes Besuchsrecht
Am meisten soll sie aber die Tatsache treffen, dass sie ihre Enkelkinder kaum noch sehen darf. "Elisabeth hat da offenbar ihr Veto eingelegt. Nur alle 14 Tage darf sie zum Beispiel den fünfjährigen Felix abholen und dann mit ihm gemeinsam zwei Tage verbringen. Dabei liebt sie die Kinder ja so sehr. Sie sind ihr Ein und Alles. Das Einzige, was sie am Leben hält." Immer wieder soll es außerdem zu sehr berührenden Szenen kommen, wenn etwa die Enkelkinder Rosemarie F. statt mit "Oma" als "Mama" anreden...

Stets betonte die Ehefrau von Josef F., dass sie von all den Horror-Taten nichts mitbekommen hat. Auch weil sich ihr Mann, der auch schon seine leibliche Mutter seinerzeit eingekerkert haben soll, fast rund um die Uhr in seinem "Büro" im Keller des mehrstöckigen Horror-Hauses in Amstetten versteckt gehalten hatte. "Ich hätte doch sofort etwas dagegen unternommen und Alarm geschlagen", lässt die psychisch völlig zerstörte Frau unter Tränen über ihre Verwandte ausrichten.

"Wie ein verfolgtes Tier"
Christine R.: "Sie fühlt sich wie ein verfolgtes Tier, ist immer auf der Flucht. Ärzte sagen ihr immer wieder, dass sie ja eigentlich kein Opfer ist und nun mit ihrem Leben selbst zurechtkommen muss. Das verletzt sie natürlich. Genauso wie die dummen Gerüchte, die in einzelnen Medien verbreitet werden. Angeblich soll sie mit Josef ja sogar mehrmals in einem Swinger-Klub gewesen sein. Das ist aber alles erfunden und ein absoluter Blödsinn!"

Kronen Zeitung

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