Mi, 15. August 2018

Heimkehr mit Gold

04.10.2008 18:25

Olympiasieger Steiner in der Heimat umjubelt

Ein feierlicher Empfang ist dem Olympiasieger im Gewichtheben, Matthias Steiner, am Freitag in Obersulz im Weinviertel bereitet worden. Die Heimatgemeinde des Erstplatzierten im Superschwergewicht hieß den 26-Jährigen mit viel Applaus und Begeisterung willkommen. Der gebürtige Österreicher hatte in Peking Gold geholt, allerdings für Deutschland. Der gelernte Installateur hatte sich nach den Olympischen Spielen 2004 in Athen derart mit dem rot-weiß-roten Verband überworfen, dass er ins Nachbarland gewechselt war.

Trotz Regens waren etwa 700 Menschen gekommen, um Steiner zu feiern. Organisiert wurde die Veranstaltung vom "1. Fanclub von Steiner Matthias", der eigenen Angaben zu Folge derzeit 90 Mitglieder zählt. Der 145 Kilogramm schwere Athlet, der in Chemnitz lebt, wurde mit einem Traktor-Anhänger zu der aufgestellten Bühne in der Gemeinde gebracht. Der 26-Jährige zeigte sich begeistert über den Zuspruch: "Es ist wunderschön". Auch Scherze blieben freilich nicht aus: "Es regnet und halb Obersulz ist da, ihr seid verrückt", meinte der nunmehrige deutsche Staatsbürger.

"Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse"
Zu seinem Wechsel ins Nachbarland meinte Steiner: "Es war die richtige Entscheidung, ich bin froh, dass ich jetzt in Deutschland Gewichtheben kann." Er bekräftigte, dass sein Antreten für Deutschland auf das Zerwürfnis mit dem österreichischen Gewichtheberverband zurückzuführen sei. "Es liegt nicht an der Heimat", meinte Steiner. Ans Publikum gerichtet, meinte er dann: "Ich hoffe, ihr seid mir nicht böse". Die Anwesenden applaudierten frenetisch, von Ablehnung war nichts zu bemerken.

Sportstaatsekretär Reinhold Lopatka (V), der sich ebenfalls zu dem Empfang eingefunden hatte, meinte, er habe sich über den Erfolg des Olympiasiegers sehr gefreut. "Mit einem Wermutstropfen", spielte Lopatka darauf an, dass die "Goldene" eben für Deutschland geholt wurde. Stolz zeigten sich die Eltern, Fritz und Michaela Steiner, über die Leistung ihres Sohnes in Peking. "Da gehen die Gefühle einfach mit einem durch", beschrieb die stolze Mutter ihre Empfindungen während des Wettkampfs.

Gold für die verunglückte Susann
Steiner hatte mit seinem Auftritt bei Olympia für einen der emotionalsten Momente bei den Spielen gesorgt. Den Sieg widmete er seiner bei einem Autounfall ums Leben gekommenen Frau Susann. Er hatte ihr versprochen, in Peking Gold zu holen. Sein Jubel, mit einem Foto seiner Frau in der Hand, ging um die Welt.

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