Schweres Problem

Steirische Buben sind Österreichs dickste Kinder

Steiermark
29.08.2008 09:50
Wiener Kinder halten die Europaspitze bei Übergewicht - diese Schlagzeile gab ordentlich zu denken. Und jetzt noch einige "Hammer" hinterher: Die steirischen Buben sind die dicksten Kinder Österreichs. Der Rechnungshof kritisiert fehlende Sportstunden. Und: Bei uns passiert genau das, wovor Experten warnen!

Der Rechnungshof sagt, dass in Österreich 20,2 Prozent der Buben und 17,7 Prozent der Mädchen übergewichtig sind. "Dabei gibt es ein Ost-West-Gefälle", schießt Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz nach. "In der Steiermark ist die Zahl signifikant höher, da ist jeder dritte Schüler zu dick." Und die weiß-grüne Jugend wiegt alle anderen auf - der Studie eines Grazer Experten zufolge sind steirische Buben die dicksten Kinder Österreichs. 

Immer weniger Schulsport
Der Rechnungshofbericht zeigt noch etwas auf. Erlitz: "Dass es seit 2001/02 in den Schulen massiv zu Stundenkürzungen im Bereich Bewegung gekommen ist. Von mindestens fünf Prozent! Unglaublich." Übergewicht, Diabetes, chronische Beschwerden sind nur einige Folgen von zu viel Fett auf den Rippen - "das weiß man. Und dennoch macht man bei uns genau das, wovor international Experten warnen: immer weniger Schulsport."

"Pflichtfach Gesundheit"
Ein "Wachrütteln" erhofft sich Gesundheitslandesrat Helmut Hirt durch die Ergebnisse - und dass Eltern und die Politik jetzt aktiv werden: "Die Einführung des Pflichtfachs Gesundheit muss nach den Wahlen Thema der Regierungsverhandlungen sein."

Herr Landesschulratspräsident Erlitz, vor Jahren hatten Schüler noch recht viel Sport auf dem Stundenplan, heute wird diesem Thema wohl nicht mehr viel Wichtigkeit eingeräumt. Sehen Sie das auch so?
"Leider ja! Da gibt es sogar ganz krasse Beispiele. In den AHS sind nur noch zwei Stunden pro Woche vorgeschrieben - laut Rechnungshofsbericht erfüllte bei uns eine Schule davon in der Praxis nur noch 63 Prozent der Sollstunden. In einer BHS fielen gar 40 Prozent der Stunden aus!"

Sie selbst waren erst als Lehrer und dann als Gesundheitslandesrat ein großer Kämpfer für Sport und sind es heute als Präsident. Können Sie da nichts ändern?
"Leider ist das nicht so, dass die Behörde einfach durchgreifen könnte. Das Problem ist, dass im Sport vieles von der Schule selbst bestimmt werden kann."

Die Lösung dafür?
"Bewegung und Sport gehören raus aus der Autonomie - dieses Thema darf nicht länger der Willkür der Schulen unterliegen!"

Das Thema ist Ihnen ja ein echtes Anliegen.
"Unbedingt! Und noch was: Alles schimpft, dass wir bei den Olympischen Spielen wenig grissen haben. Na klar! Eine Spitze bringt man nur zusammen, wenn man eine breite Basis hat - der Grundstock dafür liegt in den Schulen. Und da hapert's bei uns gewaltig."

von Christa Blümel, "Steirerkrone"
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