"Ich muss der irakischen Regierung ein Kompliment machen, dass sie sich auf eine Linie geeinigt hat, von der irakische Athleten langfristig profitieren", erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge der Online-Ausgabe der "New York Times", "wir freuen uns auf die irakische Flagge in Peking."
Erst vor einer Woche ausgeschlossen
Wegen der massiven politischen Einmischung in die sportlichen Belange des Iraks hat das IOC das Land am Donnerstag vergangener Woche von den Spielen ausgeschlossen. Zuvor hatte das IOC-Exekutivkomitee das irakische NOK bereits am 4. Juni suspendiert und damit auf die massive Einmischung der Politik reagiert. Iraks Regierung hatte am 20. Mai das NOK des Landes aufgelöst, ein eigenes unter der Leitung des Sportministers eingesetzt und damit gegen die olympische Charta verstoßen. "Wir wollen die Vergangenheit vergessen. Wir wollen das irakische Team bei Olympia sehen", sagte der irakische Regierungssprecher Ali al-Dabbagh.
Medaillenhoffnung muss zuschauen
So erleichtert die beiden irakischen Leichtathleten über die Erfüllung ihres Olympia-Traums waren, so ernüchtert waren ihre fünf Team-Kollegen, die ebenfalls für die Peking-Spiele vorgesehen waren. Für sie kam die Einigung jedoch zu spät, da die Meldefristen fürs Bogenschießen, Gewichtheben, Rudern und Judo bereits in der vergangenen Woche abgelaufen waren. Der stärkste Mann des Iraks, Gewichtheber Muhammad Sawara, galt sogar als Medaillenhoffnung.
Das Leichtathletik-Duo wird unterdessen die überschaubare olympische Medaillenbilanz des Iraks nicht verbessern können. Seit der ersten Olympia-Teilnahme 1948 hat der Irak lediglich eine Bronzemedaille geholt. "Sport ist für uns im Moment sehr wichtig", sagte al-Dabbagh, "er bringt Menschen zusammen."
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