Olympia-Vorhut

Rogan schwimmt sich in Peking ein

Sport
29.07.2008 14:54
Österreichs Schwimm-Vorhut in Peking hat sich in der Olympiastadt schon eingelebt. Markus Rogan reiste am vergangenen Mittwoch zumindest eine Woche früher als seine Kollegen aus dem OSV-Team in die chinesische Metropole und trainiert nun noch eine weitere Woche lang mit dem italienischen Nationalteam, ehe er ins Olympische Dorf einrückt.

"Mir geht es sehr gut, ich habe den Jetlag bereits überstanden", berichtete der Kurzbahn-Weltrekordler. Das Training sei nicht einmal zwei Wochen vor Beginn der olympischen Bewerbe schon zurückgeschraubt. "Es ist schon mehr Erholung - und Schnellkraft-Training." Alle Schwimmer befinden sich nach den letzten harten Einheiten nun bereits in der Regenerationsphase, um am Tag X die Topform optimal ausspielen zu können.

Nach der Ankunft hatte es für Rogan und seine Azzurri-Kollegen etwas Unprogrammgemäßes gegeben, das zugesagte Becken war einfach nicht da. "Das ist abgerissen worden. Wir trainieren jetzt in einem anderen Becken, das ungefähr viermal so groß wie normal ist." Nun, 200 Meter lang ist dieser Pool nicht, Rogan aber schätzt ihn doch auf 70 Meter. Nach 50 Metern ist freilich eine Trennwand eingezogen, um dem Training einen Sinn zu geben.

Freiwilligen-Plage
Vom vorolympischen Geschehen in der Stadt hat der 26-Jährige noch nicht wirklich etwas mitbekommen, der Trainingsalltag bestimmt seinen Zeitplan. Aber Rogan weiß von der Fahrt vom Flughafen zur Trainingsstätte: "Es ist überall dekoriert von Olympia." Dass ein besonderes Sportereignis bevorsteht, merkt der Kurzbahn-Weltmeister aber auch im und ums Wasser, denn auf Schritt und Tritt stößt man auf Freiwillige. "Es sind immer so Wächter, eben fünf bis sechs Leute da. Sie stehen da und warten, bis jemand etwas braucht", erläuterte Rogan. "Die haben hier irrsinnig viele Freiwillige. Sie sind überall, es ist unglaublich." Spätestens um 10.00 Uhr stehen sie täglich für Rogan und seine Kollegen parat, denn für da ist das erste von zwei täglichen Trainings angesetzt.

Die für die Spiele nominierten Mitglieder des italienischen Nationalteams treffen erst nach und nach in Peking ein, wobei sich der Zeitpunkt nicht nach den ersten Einsätzen der Athleten richtet. Rogan: "Die haben da ein komisches System. Wer sich zuerst qualifiziert hat, darf auch zuerst ins Camp kommen." Nachdem am Montag der Vertrag von Italiens Verbandsausstatter Arena gekündigt wurde, werden auch fleißig Alternativen getestet.

Die Österreichischen Schwimm-Meisterschaften in Schwechat hat Rogan von Peking aus so gut wie möglich verfolgt und Mirna Jukic noch in der Nacht nach dem Europarekord per SMS gratuliert. "Das hat mich schon ziemlich überrascht, dass ihr das bei den Meisterschaften gelungen ist", gab der SVS-Niederösterreich-Athlet zu. "Jetzt traue ich Mirna schon eine Olympia-Medaille zu."

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