"Estadio Aragones"

Atletico-Stadion soll Aragones’ Namen tragen

Fußball
02.07.2008 12:36
Die neue Heimstätte von Atletico Madrid, das "Estadio de la Peineta", soll nach Spaniens erfolgreichem EM-Teamcoach Luis Aragones benannt werden. Diese Initiative startete die Sportzeitung "Marca". Damit hätte die Sportstätte im Stadtteil San Blas im Osten der spanischen Hauptstadt bereits ihren dritten Namen. Offiziell heißt sie nämlich "Estadio de Madrid". Hier wird Atletico Madrid ab 2010 seine Heimspiele austragen.

Dabei ist "La Peineta" eigentlich ein ursprünglich rund 20.000 Zuschauer fassendes Leichtathletik-Stadion, das wegen der Olympiabewerbung Madrids für die Spiele 2016 ausgebaut wird. Sollte Madrid den Zuschlag erhalten, würde nach den Olympischen Spielen aber die Laufbahn verschwinden. Es wäre dann ein reines Fußballstadion, das um den Preis von 160 Millionen Euro in den Besitz des Erstligisten übergehen und dann seine endgültige Kapazität von 73.000 Besuchern erreichen wird.

Die aktuelle Heimstätte von Atletico, das "Estadio Vicente Calderon", an den Ufern des Flusses Manzanares wird abgerissen, auf dem Grundstück soll ein 31.000 Quadratmeter großer "Naturpark" errichtet werden, der den Namen des Vereins tragen wird. Außerdem sollen bereits bestehende Schuleinrichtungen vergrößert werden.

Enge Verbindung mit Atletico
Luis Aragones, der Spanien bei der EURO 2008 in Österreich und der Schweiz zum zweiten EM-Titel seiner Fußballgeschichte (der erste stammt aus dem Jahr 1964) geführt hatte, ist Atletico Madrid eng verbunden. Als Spieler war er hier von 1964 bis 1974 tätig, wobei er dreimal Meister (1966, 1970, 1973) wurde und zweimal den Cup (damals Copa de Generalisimo/1965 und 1972) holte.

1974 gewann Atletico auch den Weltpokal, obwohl die Spanier das Finale im Europacup der Meister gegen Bayern München im Wiederholungsspiel (0:4) verloren hatten. Im ersten Spiel hatte Atletico durch einen Treffer von Aragones in der Verlängerung mit 1:0 geführt, ehe Georg "Katsche" Schwarzenbeck in der letzten Minute mit dem Ausgleich das zweite Spiel erzwang. Als Trainer stand er insgesamt viermal (1974-1980, 1982-1987, 1991-1993 und 2002-2003) bei Atletico unter Vetrag. Dabei gewann er einen Meistertitel (1977) und drei Cup-Trophäen (Copa del Rey/1976, 1985, 1992).

"Spanien kann Weltmeister werden"
In der Mittwoch-Ausgabe von "Marca" schilderte Aragones in einem ausführlichen Interview seine Sicht der EURO 2008. Knackpunkt zum Erfolg war für ihn demnach der Viertelfinal-Sieg gegen Italien im Elfmeterschießen. Dem jungen Team sagt Aragones auch unter seinem designierten Nachfolger Vicente del Bosque eine große Zukunft voraus: "Spanien kann auch Weltmeister werden". Der 70-Jährige selbst, der vor der EURO 2008 im Verband und in der Öffentlichkeit umstritten war, wird aller Voraussicht nach die kommenden beiden Jahre bei Fenerbahce Istanbul arbeiten.

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