3.500 größtenteils in den russischen Nationalfarben Weiß, Blau und Rot gekleidete Fans verwandelten die Halle in einen kleinen Hexenkessel. Doch den kühleren Kopf behielten vor der Pause ganz klar die Gäste aus Österreich. Zwenigorod lag trotz Heimvorteils in den ersten 30 Minuten kein einziges Mal in Führung, lediglich einmal stand es Remis (1:1/5.).
Nach dem ersten nervösen Abtasten machte Hypo zwischen der 6. und 8. Minute erstmals ernst und zog auf 5:1 davon. Nicht nur in dieser Phase fand die Offensive der Russinnen kein echtes Mittel gegen die aggressive Gäste-Deckung, hinter der Torfrau Englert zudem hervorragend parierte. Vor allem die knapp zwei Meter große Zwezda-Tormaschine Poljenowa war so gut wie abgemeldet und kam erst in der 19. Minute zum ersten Torerfolg.
Angeführt von der zunächst sensationellen südkoreanischen Regisseurin Oh hatte Hypo Match und Gegner stets sicher im Griff, lediglich bei 9:10 (25.) und 10:11 (27.) kratzten die Russinnen am Ausgleich. Bis zur Pausensirene schoss man sich jedoch sogar einen Fünftore-Vorsprung heraus, i-Tüpfelchen der starken Spielhälfte war ein "Doppelflieger" zwischen Nascimento und Oh, die zum 15:10 (30.) traf.
Fadenriss nach Wechsel
Nach dem Wechsel riss jedoch der Faden. Leichtfertige Ballverluste und Fehlwürfe Hypos ließen den eigentlich sicher geglaubten Auswärtserfolg noch einmal ins Wanken geraten. Zwenigorod kam bis zur 37. Minute bis auf 15:16 heran und der immer besser ins Spiel kommenden Poljenowa gelang schließlich der Ausgleich zum 17:17 (42.).
Trotz neuerlicher Zweitoreführung (20:18) fanden die Niederösterreicherinnen den roten Faden nicht mehr. Die Partie wurde immer verkrampfter und fehlerhafter; Zwenigorod ging schließlich durch die überragende Andrijuschina in der 50. Minute zum ersten Mal im gesamten Spiel in Führung. Ab diesem Zeitpunkt blieben die Russinnen stets vorn, sogar mit bis zu vier Treffern. Doch im Finish raufte sich Hypo noch einmal zusammen und hielt die Niederlage in Grenzen, mit der Schlusssirene verkürzte Kirsner auf 24:25.
Dennoch war es für Hypo im 15. Match der laufenden Champions League erst die zweite Niederlage. Gegen Zwenigorod hatte man sich in der Hauptrunde zweimal durchgesetzt, auswärts 33:29 und daheim 32:26.
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