Zu Beginn hatte Wladimir Samsonow die Belgier vor rund 3.000 Zuschauern mit einem Viersatzsieg gegen Chen Weixing im Spiroudome erwartungsgemäß in Führung gebracht. Chen sorgte eigentlich für einen Start nach Maß, gewann den ersten Satz gegen den wie erwartet als Nummer eins aufgestellten Samsonow verdient mit 11:8. Danach kam der Weißrusse aber immer besser in Fahrt, wurde seiner Favoritenstellung gerecht und ließ dem mit Knieproblemen ins Spiel gegangenen Austro-Chinesen in der Folge keine Chance. Im vierten Satz erkämpfte sich Chen zwar noch zwei Satzbälle, musste aber schlussendlich trotzdem mit 10:12 als Verlierer den Platz verlassen.
Südkoreaner Ryu sorgt für die Entscheidung
Der 0:1-Rückstand und das teils unsportliche Publikum ließen Ryu, der die zweite Partie für den SVS spielte, aber kalt. Der Weltranglistenachte zog gegen Smirnow ein Lehrspiel auf und gewann die ersten beiden Durchgänge jeweils 11:6. Als alle schon mit der endgültigen Entscheidung rechneten, bekam der Russe aber Mitte des dritten Satzes nochmals Überwasser und gewann mit 11:8. Danach fand der nach Saisonende zu Hennebont (FRA) wechselnde Südkoreaner aber wieder zu alter Stärke und sicherte der SVS NÖ mit dem zweiten verwandelten Matchball den vorzeitigen Titelgewinn.
"Einfach leiwand"
Spieler, Funktionäre und die rund 15 mitgereisten Fans fielen sich nach dem historischen Sieg in die Arme. "Es ist einfach leiwand", sagte Werner Schlager. Der Champions-League-Sieg sei das Höchste, was man als Verein erreichen könne. "Ich hätte es heuer nicht geglaubt, aber es hat alles gepasst, wir haben eine super Leistung gebracht und es uns redlich verdient", so der Ex-Weltmeister.
Für Karl Hanzl ging mit dem Sieg bei der zehnten Teilnahme ein Traum in Erfüllung. "Wir haben zehn Jahre daraufhin gearbeitet. Im ersten Jahr sind wir Letzter geworden ohne Satzgewinn, es hat sich gelohnt dranzubleiben. Die Champions League muss man erst einmal gewinnen", so der SVS-Obmann. Der vor Glück strahlende SVS-Manager Hans Friedschröder meinte nur: "Mir fehlen die Worte."
"Wie zweiter Weltmeistertitel"
"Es ist ein wunderschönes Gefühl und zählt für mich wie ein zweiter Weltmeistertitel", sagte Werner Schlager, der Weltmeister von 2003, der stellvertretend für die Mannschaft aus den Händen des extra angereisten Verteidigungsministers Norbert Darabos ("Das ist eine tolle Geschichte") im Spiroudome von Charleroi den Siegerpokal entgegennehmen durfte.
Die Ergebnisse der Einzelspiele:
Wladimir Samsonow - Chen Weixing 3:1 (-8,3,4,10)
Alexei Smirnow - Ryu Seung Min 1:3 (-6,-6,8,-5)
Jean-Michel Saive - Werner Schlager 0:3 (-8,-7,-9)
Wladimir Samsonow - Ryu Seung Min 3:2 (7,-9,-8,2,10)
Alexei Smirnow - Chen Weixing 1:3 (11,-6,-9,-8)
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