07.05.2008 13:52 |

"Überflügelt"

Parteistrategen sehen Obama als klaren Sieger

Hillary Clinton hat wohl ihre letzte Chance im Kampf um das Weiße Haus vertan. Nach der haushohen Niederlage gegen Barack Obama in North Carolina und einem Zittersieg in Indiana wird sie die Hoffnung begraben müssen, die 270 noch unentschiedenen Superdelegierten der Demokraten mehrheitlich auf ihre Seite zu ziehen und den in allen Belangen führenden Konkurrenten letztlich doch zu übertrumpfen.

"Das sind schlechte Neuigkeiten für Clinton", kommentierte der demokratische Parteistratege Garry South das Ergebnis der Vorwahlen vom Dienstag. "Aber ehrlich gesagt denke ich, dass sich das Blatt schon vor einiger Zeit gewendet hat. Barack Obama hat viel mehr Geld gesammelt, mehr Staaten gewonnen, mehr Delegierte und er liegt auch bei der Zahl der Stimmen vorn. Es ist klar, dass er sie überflügelt hat."

Strategie von Hillary ging nicht auf
Clinton gelang es nicht, ihre gute Ausgangsposition in dem dramatischen Ringen um die Präsidentschaftskandidatur in Ergebnisse umzumünzen. Die New Yorker Senatorin hatte mit ihrem Sieg in Pennsylvania im April neuen Schwung gewonnen, Obama dagegen mit der Affäre um die antiamerikanischen Äußerungen seines früheren Pfarrers Jeremiah Wright zu kämpfen. Clinton konzentrierte ihr Geld und ihre Zeit auf North Carolina, um den dort erwarteten Sieg ihres Rivalen zu verhindern und ein Zeichen zu setzen. Stattdessen setzte es dort eine klare Schlappe.

Superdelegierte werden entscheidend sein
"Senatorin Clinton hat nicht das erreicht, was sie brauchte", bilanzierte der demokratische Abgeordnete Brad Miller aus North Carolina. Er gehört zu den Superdelegierten, die beim Nominierungsparteitag Ende August in Denver frei abstimmen können. Auf diese Superdelegierten setzt Clinton ihre Hoffnungen, ihren klaren Rückstand noch wettmachen zu können. Doch Obamas starke Ergebnisse in North Carolina und Indiana dürften den Trend bei den Superdelegierten zu seinen Gunsten zweifellos noch verstärken.

Seit der Wahl in Pennsylvania vor zwei Wochen haben sich etwa doppelt so viele von ihnen zu Obama (22) bekannt wie zu Clinton, wenngleich die Senatorin hier noch mit 13 Stimmen vorn liegt. 270 Superdelegierte sind noch unentschieden, das sind mehr als die Zahl der in den ausstehenden sechs Vorwahlen noch zu vergebenden Stimmen der normalen Delegierten (217). Obama fehlen weniger als 200 Delegierte, um sich endgültig die Präsidentschaftskandidatur zu sichern, wie er vor begeisterten Anhängern in Raleigh sagte.

Clinton wirkte angespannt
Von Clintons energischem Auftreten in den vergangenen Tagen war am Dienstagabend nichts mehr zu sehen. Sie wirkte angespannt und verhalten, als sie ihren Anhängern versprach, bei den anstehenden Vorwahlen noch einmal anzugreifen. Auch ihr Ehemann Bill Clinton und Tochter Chelsea wirkten gedrückt. Obama bejubelte dagegen seinen Erfolg in North Carolina, in einem "großen Staat, in einem wechselnd wählenden Staat (Swing-Staat), einem Staat, in dem wir antreten um zu gewinnen, wenn ich der demokratische Kandidat bin". Seine Botschaft an die Superdelegierten: Ich kann hier siegen und Clinton nicht.

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