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18.08.2017 - 12:11

Tötungen in der Ukraine: Jetzt ist die Politik am Zug

22.12.2011, 12:01
Die "Krone" brachte nicht nur Futter und Zubehör nach Kiew, sondern führte auch Gespräche mit den ukrainischen Politikern. Die Tierecke fordert nun fixe Zusagen für Kastrationsprojekte im gesamten Land.

Der Protest zahlreicher Tierschutzorganisationen gegen den grausamen Umgang mit Straßenhunden zeigt Wirkung. Während meines Aufenthaltes in Kiew hatte ich die Möglichkeit, mit einigen Politikern zu sprechen. Sowohl von den Vertretern der Stadt Kiew als auch vom Minister für Ökologie und Naturschätze kamen eindeutige Signale, sich für eine Verbesserung der Situation einzusetzen. Zwar ist das Töten von Straßenhunden seit Jahren verboten – doch das Morden geht weiter. Jeder, der dies abstreitet, wird Lügen gestraft.

Regierung bezahlt für Tötungen

Bei einer Pressekonferenz erzählte eine Kiewer Tierschützerin, dass der Bürgermeister von Gorlowka 25.000 Euro für die Beseitigung der Straßenhunde aus dem Gemeindebudget ausgeschrieben habe. Und keiner der Politiker versuchte dies zu bestreiten. In den vergangenen Wochen haben sich einige Tierschutzorganisationen (so auch der ETN aus Deutschland) auf politischer Ebene für die Straßenhunde eingesetzt. Und dieses Engagement scheint auf fruchtbaren Boden zu fallen.

So hat der erfolgreiche Unternehmer Sergiy Klyuyev, Vorsitzender der Freundschaftsgruppe Ukraine- Österreich, anlässlich unserer Mission 15.000 Euro für den Tierschutz zur Verfügung gestellt. Das Geld kommt dem Tierheim SPA- SOS zugute. Dank der großzügigen Unterstützung unserer Partner Fressnapf und Nestlé Purina konnten auch wir dazu beitragen, den Schützlingen des Tierheimes über den Winter zu helfen. Zwar wird das Tierheim seit Jahren von der "Aktion Tier" und der Organisation "WSPA" mit monatlichen Geldspenden unterstützt – doch die Mittel reichen nicht aus, um alle anfallenden Kosten zu decken.

Tierecke und ETN arbeiten zusammen

Wir sind dankbar ob der vielen Versprechen seitens der Politiker. Leider gibt es noch keine fixen Zusagen für Kastrationsprojekte in der gesamten Ukraine. Um dies zu forcieren, werde ich gemeinsam mit Dieter Ernst von der ETN (Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.) einen Brief an den Premierminister schreiben. Und ich hoffe, dass auf die vielen positiven Gespräche nun auch Taten folgen, um das Leid der Tiere zu lindern. Die wichtigste Maßnahme – und darin sind sich alle Tierschutzorganisationen einig – sind Kastrationen.

Denn nur wenn verhindert wird, dass sich die Hunde weiter vermehren, kann man die Zahl der Streuner reduzieren. Sie auf brutale Art und Weise zu töten und dafür auch noch Geld zur Verfügung zu stellen, stößt zu Recht auf Protest. Das Problem der Straßenhunde findet sich leider nicht nur in der Ukraine. Aber man muss den Fakt, dass dieses Land aufgrund der EURO im Fokus der Aufmerksamkeit steht, nützen, um auch Tierschutz zum Thema zu machen. All den Ländern, die Straßenhunde auf grausame Art und Weise beseitigen, sei Mahatma Gandhis Zitat auf die Fahnen geschrieben: "Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie Tiere behandelt"…

"Mission Ukraine" - Hut ab vor dieser Leistung!

Vier junge Mädels aus der Steiermark wollten bei den Hundedramen nicht tatenlos wegschauen. Sie gründeten die "Mission Ukraine", packten einen Bus mit Hilfsmitteln voll – und fuhren los! Valerie Friedrich, Nicole Hornung, Lisa Münzer und Initiatorin Julia Müller werden die Bilder und Eindrücke aus der Ukraine nie mehr vergessen. "Wir haben viele getötete Hunde gesehen – sie sind einfach auf den Straßen gelegen", so das Tierschutz- Quartett.

Das Tierheim in Lemberg, völlig überfüllt, war der nächste Schlag nach der anstrengenden Fahrt. Valerie Friedrich: "Die Streunerhunde finden hier Schutz – aber das ist schon alles. Es gibt zu wenig Futter, sie haben eitrige Augen, gebrochene Glieder." Und trotzdem haben diese Tiere noch Glück gehabt. Die Tötungsstation wird die jungen Tierfreundinnen noch in ihren Albträumen verfolgen: "Die Hundebabys lassen sie hier einfach verhungern." Laut der Aussage des Aufsehers werden 90 Tiere pro Woche getötet. Auf die Frage, wie das geschieht – kamen nur ausweichende Antworten. Die vier werden weiterkämpfen. Sechs Welpen haben sie in Sicherheit gebracht, – sie kommen nach Österreich (zweites Storybild)! Alle weiteren Informationen findest du auf ihrer Homepage .

Tolle Projekte der "Vier Pfoten"

Die Tierschutzstiftung "Vier Pfoten"  ist ebenfalls sehr aktiv in der Ukraine. Helmut Dungler und sein Team setzen sich nicht nur für Streunerhunde ein - vor einigen Tagen wurde ein Kastrationsprojekt für Lemberg vereinbart –, sondern auch für Bären (drittes Storybild). In vielen Restaurants, Hotels oder Tankstellen werden Bären gehalten, die zur Belustigung der Passanten Tricks aufführen. Oftmals wird ihnen auch Alkohol verabreicht – weshalb sie auch "Wodka- Bären" genannt werden.

Im ukrainischen Nationalpark Synevyr wurde vom Umweltministerium eine Auffangstation errichtet. Doch leider mit einigen Mängeln. Dank der "Vier Pfoten", die als Experten auf diesem Gebiet gelten, werden diese behoben. Bärendame "Rosa" ist der erste Schützling, der Quartier bezogen hat. Viele weitere sollen folgen. Die 5- jährige "Rosa" musste ihr Dasein bis jetzt in einem vier mal vier Meter großen Käfig verbringen. Viel zu winzig für ein so großes Tier. "Das monotone Leben bedeutet eine unglaubliche Qual für die Bären", so Tierarzt und Projektleiter Amir Khalil. Die "Vier Pfoten" werden sich nun auch um die Ausbildung des Personals der Rettungsstation kümmern. Erklärtes Ziel: Verbot der Privathaltung von Bären!

Die "Vier Pfoten" bringen nun drei Fotokalender in Zusammenarbeit mit dem Fotografen Mihai Vasile heraus, der rumänische Streunerhunde, Bären und Löwen fotografierte. Der Reinerlös aus dem Verkauf der Kalender kommt dem Sterilisationsprojekt in Lemberg/Ukraine zugute. Die Kalender (Stückpreis € 14,90, Versandkosten € 6,50) können online  bestellt oder direkt bei den "Vier Pfoten" in der Linke Wienzeile 236, Stiege 2, 1150 Wien abgeholt werden. Eine Diashow mit den schönsten Fotos des Streunerkalenders findest du in der Infobox.

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22.12.2011, 12:01
Maggie Entenfellner
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