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06.12.2016 - 20:15
Foto: Lunjo i Maza

Kroatischer Tierschutzverein kämpft ums Überleben

25.11.2013, 16:04
In unseren Nachbarländern ist Tierschutz leider oft Nebensache. Auch in Kroatien werden bestende Gesetze teils nur mangelhaft umgesetzt, Tierschützer vor Ort kämpfen mit Bürokratie, Korruption und Arroganz. So auch der kleine Verein "Lunjo i Maza" im kroatischen Ort Lovran, der derzeit nicht nur mit der Rettung zahlreicher Tiere, sondern auch des eigenen Fortbestehens beschäftigt ist.

Der Tierschutzverein "Lunjo i Maza" führt in Kroatien eigentlich schwerpunktmäßig Kastrationen von Streunerkatzen durch und setzt die Tiere dann wieder an ihren angestammten Plätzen aus. Auch kranke und verletzte Vierbeiner werden von den ehrenamtlichen Helfern versorgt. Leider wird die Tierschutzarbeit in der Region durch die mangelnde Initiative der Regierung stark erschwert.

Foto: Lunjo i Maza

Staat gesetzlich zum Tierschutz verpflichtet

Zwar wäre der Staat laut Gesetz zur Errichtung tiergerechter Asyle verpflichtet, konkrete Pläne oder Anweisungen des zuständigen Ministeriums für Land – und Forstwirtschaft gibt es aber nicht. In der Folge ignorieren viele Gemeinden und Städte ihre Pficht und kümmern sich schlichtweg nicht um die streunenden Tiere. "Stattdessen entziehen sie sich ihrer Verantwortung, indem sie private Firmen beauftragen, Asyle einzurichten", so Doris Petricic vom Verein "Lunjo i Maza".

Katastrophale Zustände in Lic

Aus einem solchen Asyl, nämlich jenem in Lic, stammen die Fotos zu diesem Artikel. Die Zustände dort sind katastrophal. "Geführt wird das Asyl von einer Firma, die Tierambulanzen unterhält", erklärt Volontärin Petricic. "Es darf offiziell 30 Hunde unterbringen, für Katzen gibt es keine Erlaubnis." Reinster Hohn, wenn man bedenkt, dass sich die Tierschutzvereine in der Region fast ausschließlich mit Spenden und Eigenmitteln um rund 350 Hunde und unzählige Katzen kümmern.

Gemeinden drücken sich vor Verantwortung

Das seit über zehn Jahren angekündigte, überregionale Tierheim in Klana, welches Hunde aus 22 Gemeinden unterbringen soll, wurde noch immer nicht realisiert. Die Versorgung und Unterbringung von in Not geratenen Tieren in Kroatien obliegt daher weiterhin lokalen Tierschutzvereinen, die mit einem Minimum an finanzieller Unterstützung durch die Gemeinden versuchen, bestmöglich zu helfen.

Tierschutz keine Priorität für Regierung?

Der Verein "Lunjo i Maza" erhält jährlich eine Unterstützung in Höhe von 4.000 Euro von der Gemeinde - eine Zuwendung, wie sie auch andere Vereine erhalten, zum Beispiel Wander- , Jagd- oder Tennisvereine. "Da werden also private Hobbies durch Steuergelder mitfinanziert", ärgert sich Doris Petricic. "Und man sieht, welche Prioritäten die Gemeinde hat, was den Tierschutz betrifft." Die Ausgaben der Tierschützer belaufen sich übrigens auf mehr als 30.000 Euro jährlich.

Tierschützer sollen jetzt auch noch Unterkunft verlieren

Doch es kam noch schlimmer: "Anfang des Jahres wurde uns gesagt, dass wir bis Ende des Sommers 2013 unsere provisorische Unterkunft verlieren werden - wir kämpfen also nicht mehr nur gegen Behördenwillkür und Ignoranz, sonder um das nackte Überleben unseres Vereines und um die Fortführung unserer jahrelangen Arbeit für den Tierschutz", berichtet Doris Petricic. Sollte der Verein tatsächlich seine Räumlichkeiten verlieren, wären Hunderte Tiere den Winter über obdachlos.

Verein kämpft ums Überleben

Durch Zeitungsartikel und Fernsehberichte in kroatischen Medien versuchen die Tierschützer nun, die Bevölkerung als Unterstützung zu gewinnen. Auch die Aufklärung der Touristen ist dem Verein "Lunjo i Maza" ein Anliegen: "Wenn Sie unsere Region besuchen, vergessen Sie nicht: Sie mag ein Urlaubsparadies sein, aber ein Albtraum für Tiere in Not! Bitte unterstützen Sie daher unseren Verein in seinem Kampf um ein Tierheim und um sein Fortbestehen!"

Spenden sind möglich über den Förderverein "Tierschutzprojekt Kroatien e.V." - alle Informationen finden Sie HIER .

25.11.2013, 16:04
red
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