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05.12.2016 - 14:17
Der Selbstmord von Robin Williams gibt auch am Tag danach Rätsel auf.
Foto: Facebook/Lindstrom Dairy Queen, AP

Robin Williams: Überarbeitung und Depressionen

12.08.2014, 11:03
Während Trauernde vor dem Haus von Robin Williams Blumen und Grußbotschaften ablegen, will einen Tag nach seinem Selbstmord immer noch niemand verstehen, warum der erfolgreiche Schauspieler sich das Leben genommen hat. Er, der der Welt die unterhaltsamsten Filme beschert hat, ist am Leben gescheitert. Zuletzt soll zu den Depressionen Überarbeitung gekommen sein. Im Juli hatte er in einer Entzugslinik in Minnesota noch versucht, seine Dämonen zu besiegen. Dort, im Eiscreme-Laden, soll auch dieses letzte Foto des Schauspielers entstanden sein.

Erst vor wenigen Wochen hatte der Schauspieler noch versucht, im "Addiction Treatment Center" im Städtchen Lindstrom in Minnesota sein Leben in den Griff zu bekommen. Er gönnte sich kleine Freuden wie ein Vanilleeis in der Eisdiele in der Nähe der Suchtklinik. Lächelnd, wenn auch müde, ließ er sich mit Mitarbeiterin Abby fotografieren.

Er war "megagestresst" und litt an schweren Depressionen

Wann der Schauspieler seinen Lebenswillen verloren hat, gibt Rätsel auf. Freunden zufolge war Williams zuletzt sehr gestresst und hatte Angst vor einem Drogen- und Alkoholrückfall: "Er war megagestresst, weil er 20 Monate am Stück gedreht hatte. Er wollte gar nicht erst in Versuchung kommen und einen Rückfall erleiden", so ein Bekannter. Seine Sprecherin Mara Buxbaum sagte: "Er hat in letzter Zeit an schweren Depressionen gelitten."

Seine Fernsehserie "The Crazy Ones" war ein Flop und wurde in den USA im Mai nach nur einer Staffel abgesetzt. Pause gönnte sich der Schauspieler trotzdem keine. Vielleicht, weil er finanzielle Probleme hatte. Seine zwei Scheidungen hätten ihn ruiniert, klagte er einmal: "Die Leute sollten einfach Alimente in 'All deine Knete' umbenennen. Damit wird dir dein Herz durchs Portemonnaie rausgerissen." Vor Jahren musste er seine Ranch in Nordkalifornien verkaufen, um an Geld zu kommen. Er begründete dies damals mit "vielen offenen Rechnungen und einem Lebensstil, den ich mir so nicht mehr leisten kann".

Viele Projekte am Laufen

In fünf bisher unveröffentlichten Filmen wird er noch zu sehen bzw. zu hören sein. Um Weihnachten herum wird er wieder als Teddy Roosevelt in "Nachts im Museum 3: Das geheimnisvolle Grabmal" auf der großen Leinwand erscheinen. Zudem stand er für die Komödie "Merry Friggin' Christmas" mit Wendi McLendon- Covey, Lauren Graham und Oliver Platt vor der Kamera. Für "Merry Friggin' Christmas" gibt es bisher ebenso wenig einen österreichischen Starttermin wie für die melancholische Komödie "The Angriest Man in Brooklyn", in der Williams' Figur erfährt, dass er nur noch 90 Minuten zu leben hat, und sich in dieser Zeit mit sämtlichen Nahestehenden versöhnen will.

Darüber hinaus lieh der Schauspieler dem animierten Hund Dennis the Dog aus "Absolutely Anything" seine Stimme. In der Komödie spielen Simon Pegg und Kate Beckinsale mit. Der vierte Film, "Boulevard", feierte auf dem Tribeca Film Festival in diesem Jahr bereits seine Premiere. Außerdem traf sich Williams mit Drehbuchautor David Berenbaum, um eine Fortsetzung des Comedy- Hits "Mrs. Doubtfire - Das stachelige Kindermädchen" zu planen.

Rückfall nach 20 Jahren

2006 bekannte sich Williams erstmals öffentlich zu seinen Alkoholproblemen, legte eine Drehpause ein und ging in Behandlung. Er sei 20 Jahre trocken gewesen, habe jetzt aber wieder mit dem Trinken begonnen, sagte er damals. Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 70er- Jahre hatte er nach eigenen Angaben reichlich Kokain und Alkohol konsumiert. 2009 musste er sich einer Herzoperation unterziehen, im Jahr zuvor war die zweite Ehe des dreifachen Vaters geplatzt.

Im Oktober 2011 hatte er aber wieder geheiratet, die Grafikdesignerin Susan Schneider. "Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen", sagte Schneider jetzt, "sondern die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, das er Millionen gab."

Der Schauspieler wurde am 11. August 2014 tot in seinem Haus in Tiburon bei San Francisco gefunden. Die genaue Todesursache wird derzeit noch gerichtsmedizinisch untersucht. Von der Polizei heißt es, es handle sich um einen Selbstmord durch Ersticken. Laut "New York Post" soll es aus Polizeikreisen heißen, der Schauspieler habe sich erhängt.

12.08.2014, 11:03
pfs/AG
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