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11.12.2016 - 01:00
Foto: APA/Georg Hochmuth

Niki Lauda: "Heiraten ist zu empfehlen"

12.09.2008, 17:31
Österreichs Formel-1-Legende Niki Lauda und seine langjährige Freundin Birgit Wetzinger haben geheiratet – ganz still und heimlich. Und eigentlich möchte Niki noch immer nichts dazu sagen. Was er trotzdem verrät, hier - echt! - exklusiv.
Nadia Weiss: Herr Lauda, gratuliere zur Hochzeit. Bevor wir, wie vor einigen Tagen vereinbart, über Innenpolitik und Luftfahrt sprechen, warum wollten Sie den Gang zum Standesamt geheim halten?
Niki Lauda:
Also doch die Hochzeit! Schauen Sie, das ist ganz einfach. Dass ich mit meinem roten Kapperl immer in der Auslage stehe, das verstehe ich schon. Das gehört dazu und hilft mir auch bei meinem Geschäft. Aber ich bin nicht der Boris Becker, der seit Jahren mit seinen Beziehungen in den Medien ist. Das ist halt sein Weg! Mein Weg ist ein anderer. Bereits am Beginn meiner Karriere bei Ferrari habe ich gelernt, Grenzen zu ziehen. Es gibt eine Trennwand, die mich und die Menschen in meiner Nähe schützt. Ich brauche ein Gebiet, das nur mir gehört. Bei meinen tiefsten Gefühlen hört sich bei mir der Spaß auf.

Weiss: Aber eine Hochzeit ist doch auch das öffentliche Bekenntnis zueinander...
Lauda:
Ja, klar, es gibt ja einen Trauschein und einen offiziellen Akt. Ich stehe so sehr zu Birgit, dass ich den Gang zum Standesamt gewünscht habe. Das wollte ich ihr zeigen, dass sie die Frau für mich ist.

Weiss: Klingt fast romantisch...
Lauda:
Also romantisch bin ich wirklich nicht!

Weiss: Wie haben Sie um Birgits Hand angehalten?
Lauda:
In Ibiza in einer Pizzeria, vor ungefähr zwei Monaten.

Weiss: Und wann genau haben Sie geheiratet?
Lauda:
Es war am 25. August um halb vier Uhr Nachmittag in einem Wiener Standesamt. Der Standesbeamte hat das sehr gut organisiert, wir sind ganz unauffällig hineingegangen.

Weiss: Mit rotem Kapperl und in Jeans?
Lauda:
Genau so.

Weiss: Wer waren die Trauzeugen?
Lauda:
Mein langjähriger Anwalt und Freund Haig Asenbauer und eine Freundin von Birgit. Mehr Menschen waren nicht anwesend.

Weiss: Waren Ihre Familie und enge Freunde informiert?
Lauda:
Marlene und die Buben wussten es schon, das ist ganz ordnungsgemäß abgelaufen. Freunden habe ich es nicht erzählt: Jede einzelne Person wäre eine Risikoquelle gewesen, dass es doch an die Öffentlichkeit gelangt.

Weiss: Sie konnten es immerhin zwei Wochen geheim halten.
Lauda:
Ich hatte auf sechs Monate gehofft. Dann hätte ich allen sagen können, die Geschichte ist eh ein alter Hut, sie sollen nicht so eine große Aufregung darum machen. Gut, das ist mir nicht gelungen. Die Hochzeit mit der Marlene damals habe ich übrigens sechs Monate geheim halten können, obwohl ich Formel- 1-Weltmeister war.

Weiss: Welchen Namen trägt Ihre Frau jetzt? Oder hat sich Ihrer geändert?
Lauda:
Sie heißt Birgit Lauda. Mit dem Ändern der Dokumente hat sie noch aus den genannten Gründen gewartet. Jetzt kann sie es ja machen. (Das Handy piept, eine SMS ist eingelangt. Es sind Glückwünsche zur Hochzeit. Lauda lächelt.)

Weiss: Wie waren die Reaktionen auf Ihren neuen Familienstand?
Lauda:
Ich muss ehrlich sagen, das positive Echo hat mich überrascht und freut mich sehr. Heute früh bei einem Termin am Flughafen haben Menschen applaudiert und mir gratuliert, weil ich geheiratet habe. Ja, ich hätte mir gar nicht erwartet, dass die Hochzeit so viele positive Reaktionen auslöst.

Weiss: Was hat die Hochzeit in Ihnen ausgelöst?

Lauda: Ich kann jetzt nur sagen, Heiraten ist zu empfehlen. Auch wenn ich überzeugt bin, dass ein Trauschein nichts dabei ändern darf, wie man zueinander steht. Zuerst muss man einen Menschen finden, mit dem man sich so gut versteht, dass man auch heiraten kann. Es muss vorher und nachher perfekt sein. Vielleicht habe ich die Birgit positiv mit meinem Antrag überrascht, weil sie es nie von mir verlangt hat.

Weiss: Wie lange sind Sie bereits ein Paar?

Lauda: Seit vier Jahren. Und man muss auch sehen, was die Birgit schon für mich gemacht hat. Ohne mit der Wimper zu zucken hat sie nach nur acht Monaten, die wir zusammen waren, ihre Niere gespendet. Damals war es eine am Beginn stehende Beziehung, und sie hat es trotzdem gemacht. Das ist halt sie. Sie und ihre große Kraft.

Weiss: Haben Sie gezögert, ob Sie die Niere annehmen wollen?

Lauda: Natürlich. Hätte sie auch nur einen Moment gezweifelt, hätte ich es nicht wollen. Es hätte ja auch ihr etwas bei der Operation passieren können, das war ja keine Kleinigkeit. Aber wollten wir jetzt nicht auch noch über etwas anderes als mein Privatleben sprechen? Ich muss ja schon zum Flughafen!

Interview: Nadia Weiss, Kronen Zeitung

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