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28.06.2017 - 08:39
Foto: ATV

Dominic Heinzl: "Geld hat keine Rolle gespielt"

03.09.2009, 13:39
"Es ist eine Challenge. Wenn sich die Champions League ergibt, dann spielt man mit." Mit diesen Worten hat Dominic Heinzl seinen Wechsel vom Privatsender ATV zum ORF, der Anfang des kommenden Jahres über die Bühne gehen wird, kommentiert. "Ich habe mir die Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich gehe blutenden Herzens", so der Moderator einen Tag nach der Bekanntgabe der Trennung. Geld habe bei dieser Entscheidung aber keine Rolle gespielt. "Da hätte ich beim Privatsender bleiben müssen."

Er sei ATV nicht böse. "Ich habe mich wohl gefühlt, doch meine Zeichen standen auf Veränderung. Und dann muss man das einfach machen", so der "Hi Society"- Moderator. Heinzl hatte im August ATV wissen lassen, dass er seinen Vertrag, der mit 31. Dezember 2009 ausläuft, nach zehn Jahren nicht mehr verlängern will. Sein "Baby" habe laufen gelernt, das "Baby" rennt jetzt, so Heinzl. Das Format zu verlassen, sei ihm sehr schwer gefallen. "Ich habe sehr darunter gelitten, aber ich musste eine Entscheidung treffen."

"Keine Konkurrenz zu den 'Seitenblicken'"

Details über das neue Format beim öffentlich- rechtlich Sender gab es vonseiten Heinzls noch nicht. Über Sendezeit, Sendeplatz und Art der Sendung werde noch gesprochen. Es soll ein ergänzendes Society- Magazin im Vorabendprogramm werden, aber nicht in Konkurrenz zu den "Seitenblicken" stehen. "Es wird etwas völlig anderes, da besteht keine Gefahr. Ich bin mit Klingohr ("Seitenblicke"- Produzent Rudolf Klingohr, Anm.) im besten Einverständnis. Die Marke 'Seitenblicke' wird nicht beschädigt." Angst, dass er seine altbewährten Fans von "Hi Society" verlieren würde, hatte der Moderator nicht, aber "Sorge hatte ich".

Heinzl werde den bestehenden Vertrag mit ATV "mit größter Sorgfalt" erfüllen. "Das bin ich dem Sender und den Zusehern schuldig, erst danach kümmere ich mich um die neue Sendung im ORF." Wie die Berichterstattung zu großen Events wie dem Life Ball oder dem Opernball in Zukunft aussehen werde, weiß Heinzl noch nicht. "Alfons Haider hat mir sogar schon gratuliert, mit einer SMS 'Willkommen im Club'." Heinzl antwortete prompt: "Danke Alfons, ich seh' dich in der Oper."

Beim ORF hat man "sofort zugegriffen"

Am Mittwochabend hatte ATV mit der Nachricht vom Abgang Heinzls überrascht. Wenige Stunden später stand fest: Nicht der Sender trennt sich von seinem Quoten- Zugpferd, sondern der Moderator von seinem Stall. Als der ORF davon Wind bekam, habe man am Küniglberg sofort zugegriffen. Wenige Minugen nach der überraschenden "Trennungsaussendung" von ATV folgte die Jubel- Ankündigung des Staatsfernsehens: Der ehemalige Ö3- Moderator und berüchtigte Promi- Schreck wird ab 1. Jänner 2010 täglich auf ORF1 auf Sendung gehen.

"Ich habe meinen Vertrag nicht verlängert", erklärte Heinzl am Mittwochabend diplomatisch der "Krone". Er habe von ATV weg wollen, der ORF habe zugegriffen. Dass der Ex- Ö3- Mann beim öffentlich- rechtlichen Sender weniger frech sein darf, denkt er nicht: "Ich glaube nicht, dass mir der ORF einen Maulkorb verpassen kann und glaube auch nicht, dass diese Art der Berichterstattung gewünscht ist."

"Top- Transfer für programmliche Blutauffrischung"

Am Küniglberg hört man schon die Korken knallen, ob dieses "Top- Transfers, der für programmliche Blutauffrischung sorgen wird", wie ORF- Generaldirektor Alexander Wrabetz in einer Aussendung jubelte. "Nachdem die strukturellen Sparmaßnahmen greifen, ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass nun verstärkt ins Programm investiert wird", so Wrabetz, der ankündigte, Heinzl werde ab nächstem Jahr eine "neue, tägliche Sendung in ORF1 gestalten und moderieren". Für den Privatsender ist es ein harter Schlag, denn Heinzl wurde in zehn Jahren "Hi Society" nicht nur ein Markenzeichen des Senders, sondern rettete regelmäßig die Quoten der privaten Fernsehanstalt.

ATV: "Nicht besonders kreativ"

Trotzdem: "Ich weine ihm keine Träne nach", so ATV- Programmdirektor Martin Gastinger zur "Krone". "Wir haben uns einvernehmlich getrennt und wenn er jetzt zum ORF geht, dann wünschen wir ihm viel Glück dabei." Nachsatz: "Ich finde es zwar nicht besonders kreativ, wenn der große ORF Dominic Heinzl abwirbt und unsere Sendung nachmacht, aber was soll's? Alles Gute."

Die Marke "Hi Society" bleibt übrigens bei ATV. Das Format wird im kommenden Jahr wöchentlich an einem prominenten Sendeplatz und mit neuer Besetzung fortgesetzt.

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