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22.09.2017 - 15:30

Zwei Flugzeuge bei Landeanflug kollidiert - vier Tote

29.08.2011, 07:13
Beim Zusammenstoß von zwei Flugzeugen am Sonntag in Zell am See im Salzburger Pinzgau sind alle vier Insassen ums Leben gekommen. Zur Kollision kam es gegen 15.40 Uhr beim Landeanflug auf dem Flugplatz des Ortes, "etwa 250 Meter von der Piste entfernt in einer Höhe von 40 bis 50 Metern über dem Boden", wie Christian Moser, einer der Geschäftsführer des Flugplatzes, sagte. "Die Piloten haben sich offensichtlich nicht gesehen." Die Flugzeuge schlugen auf einem Feld auf.

Laut dem Pressekoordinator des Flugplatzes, Paul Empl, handelte es sich um ein motorisiertes Segelflugzeug und ein Motorflugzeug. Beide trugen deutsche Kennzeichen. "Ein Flugzeug dürfte offensichtlich aus Innsbruck, das andere direkt aus Bayern gekommen sein", sagte Empl.

Die Insassen des Motorflugzeuges, einer Cessna 150, waren ein Mann (31), der die Cessna steuerte, und eine Frau (30). Die beiden stammen laut Exekutive aus dem Ötztal in Tirol.

In dem Motorsegler des Typs "Super Dimona" befanden sich ebenfalls ein Mann und eine Frau. "Sie stammen beide aus Bayern und sind 57 Jahre alt", erklärte Polizeisprecher Michael Korber. Die Frau dürfte sofort tot gewesen sein, der Mann, der die "Super Dimona" steuerte, wurde schwer verletzt ins Unfallkrankenhaus Salzburg gebracht. Er erlag am späten Sonntagabend seinen schweren Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion der Toten an.

Piloten sahen einander offenbar nicht

Der gerichtlich beeidete Sachverständige Thomas Muigg traf noch am Sonntag am Unfallort ein und verschaffte sich bei der ersten Begutachtung der Wracks einen Überblick. Dem Funkverkehr zufolge dürften die beiden Piloten gewusst haben, dass sich ein anderes Flugzeug im Landeanflug befindet. Aber: "Sie haben sich offensichtlich nicht gesehen", sagte Muigg. Möglicherweise habe der eine Pilot aber angenommen, dass der andere noch weiter entfernt sei.

Die unterschiedliche Bauweise der Flugzeuge dürfte das Sichtproblem verschärft haben. Da der Motorsegler (Tiefdecker) - der oberhalb flog - die Tragflächen unterhalb der Sitzposition hatte, die Flügel der Cessna (Hochdecker) oberhalb der Sitze angebracht waren, "haben sich die Piloten nicht gesehen", vermutete auch Geschäftsführer Moser. Denn normalerweise sei es kein Problem, wenn sich mehrere Flugzeuge im Anflug befinden.

Die Wracks wurden mittlerweile in eine Halle der Firma Zemka in Zell am See gebracht. Dort wird Muigg die restlichen Teile begutachten. Auch ein Experte der Flugunfall- Untersuchungsstelle des Verkehrsministeriums wird die Wracks untersuchen. Nach derzeitigem Informationsstand hat menschliches Versagen den Zusammenstoß ausgelöst.

"Es wird alles eruiert, was man eruieren kann"

Zur genauen Klärung der Unfallursache werden noch Zeugen befragt und, falls vorhanden, auch Radaraufzeichnungen ausgewertet. Möglicherweise haben auch Navigationsgeräte in den beiden Flugzeugen Daten gespeichert, die dann ebenfalls überprüft werden. "Es wird alles eruiert, was man eruieren kann. Alle Aufzeichnungen werden ausgewertet", sagte Polizeisprecher Anton Schentz.

Nan erwarte sich auch Aufschlüsse vom Funkverkehr. Die Flugunfallkommission werde aus dem Ermittlungsergebnis versuchen, Schlüsse ziehen, um solche Zusammenstöße in Zukunft verhindern zu können, so Schentz.

"Jeder landet unter eigener Risikogefahr"

Der Flugplatz in Zell am See ist ein unkontrollierter Platz, der nur über eine Piste verfügt. "Der Pilot erhält keine Landegenehmigung, unter Umständen gibt es eine Landeinformation. Er landet unter eigener Risikogefahr. Jeder gibt aber eine Positionsmeldung ab, dass die anderen wissen, wo man ist", sagte Pressekoordinator Empl, der in Zell am See Pilot und Inhaber der Firma Alpenflug ist, die Rundflüge veranstaltet.

Vermehrt Zwischenfälle mit Kleinflugzeugen

Erst vor einer Woche waren bei einem Absturz eines Kleinflugzeuges in Mauterndorf im Lungau zwei Menschen ums Leben gekommen. Am Freitag kam es auch in Südtirol zu einem tödlichen Zwischenfall. Glimpflich ging hingegen die Notlandung eines Sportflugzeuges am Sonntag in einem deutschen Wohngebiet aus - Storys in der Infobox.

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AG/red
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