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17.08.2017 - 10:11
Foto: APA/Roland Schlager

"Nina wurde immer wieder gehänselt und sogar bedroht!"

02.12.2010, 05:35
Jener Vater, der eine Lehrerin an der HAK/HAS 1 in Salzburg geohrfeigt haben soll, wehrt sich nun gegen die Vorwürfe. Er wollte niemanden verletzen, erklärte Zoran B. (50) im "Krone"-Gespräch. Die Familie sei mit den Nerven am Ende, da die 16-jährige Tochter seit Wochen gehänselt werde und sogar mit einer Softgun bedroht wurde (siehe Infobox). Als ihr die Deutschlehrerin auch noch Alkoholkonsum vorwarf, forderten die Eltern eine Aussprache.

"Krone": Herr B., welche Probleme hatte Ihre Tochter in der Handelsschule?
Zoran B.: Seit Schulbeginn im September wurde sie von einem Jungen aus der Türkei und seinen Freunden immer wieder gehänselt und sogar bedroht. Er drückte ihr mehrmals den Kopf auf den Boden und setzte ihr eine Gaspistole an. Er schrie sie auf Türkisch an, seine Freunde lachten nur. Mein Mädchen hat nicht einmal verstanden, was er sagte. Wir selber haben schließlich die Polizei eingeschaltet. Vonseiten der Schule gab es keine Hilfe.

"Krone": Wie ging es Ihrer Tochter in dieser Zeit?
B.: Die Nina war immer eine gute und fröhliche Schülerin. Doch seit dieses Schikanieren begonnen hat, hat sie nur mehr Albträume, kann keine Nacht mehr durchschlafen. Meine Frau und ich leiden sehr mit ihr.

"Krone": Die Schuldirektorin warf Ihrer Tochter nun vor, sie habe oft im Unterricht gefehlt, stimmt das?
B.: Ja, aber sie hat gefehlt, weil sie psychisch fertig war und Angst hatte. Da kann man sie ja kaum in die Schule schicken.

"Krone": Die Situation ist am Montag eskaliert, was ist genau vorgefallen?
B.: Die Deutsch- Professorin rief meine Tochter an die Tafel. Sie musste etwas aufschreiben. Und hinter ihrem Rücken fragte die Lehrerin die Klassenkameraden: "Seid ihr auch so betrunken wie die Nina?" Nina selbst bekam das anfangs nicht mit. Als sie sich wieder setzte, stieß sie ein anderes Mädchen an und erzählte ihr, was die Professorin gesagt hatte. Nina wollte die Frau zur Rede stellen und meinte schließlich, wenn sie betrunken sei, dann sei es auch die Lehrerin. Nach dem Unterricht suchte sie vergeblich Hilfe bei der Direktorin. In ihrer Verzweiflung rief sie uns an.

"Krone": Und Sie eilten sofort in die Schule?
B.: Ja, wir wollten die Frau fragen, wie sie so eine Aussage tätigen kann. Nina weinte bitterlich und zeigte uns das Konferenzzimmer. Meine Frau und ich sind in Frieden gekommen, wir wollten nur reden. Doch die Professorin erklärte gleich, sie wird mit uns nicht sprechen, sie brauche nichts zu erklären. Wir haben diskutiert und auch mit den Armen gestikuliert. Dabei habe ich die Brille der Frau erwischt und sie fiel zu Boden. Ich habe ihr keine Ohrfeige gegeben! Es gab genug Zeugen. Die haben ja auch schon als wir reinkamen die Polizei gerufen.

"Krone": Sind Sie sich sicher, dass Ihre Tochter nichts getrunken hat?
B.: Allerdings. In unserer Familie trinkt keiner Alkohol. Wir fuhren nach dem Vorfall ins Spital und ließen Nina Blut abnehmen. Der Test ergab, dass sie 0,0 Promille hatte!

"Krone": Wie konnte die Pädagogin ihr dann eine Alkoholisierung vorwerfen?
B.: Ich weiß es nicht, aber als Lehrerin verhält man sich nicht so. Hätte sie tatsächlich Alkoholgeruch wahrgenommen, hätte sie mein Mädchen auf die Seite nehmen und auf die Probleme ansprechen müssen. Aber eine Unschuldige vor allen Schülern bloßzustellen gehört sich sicher nicht.

"Krone": Wie geht es mit Nina weiter?
B.: Sie wird so bald wie möglich eine andere Schule besuchen. Sie möchte auf jeden Fall die Matura machen und später vielleicht als Bürokauffrau oder in einer Bank arbeiten. Wir helfen ihr jetzt, damit sie diese schlimmen Erfahrungen vergisst.

Interview: Manuela Kappes

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