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22.09.2017 - 01:28
Foto: Andreas Tröster

Lufthunderter auf der A10 füllt die Kassen des Landes

09.10.2009, 09:53
Im November wird der sogenannte "Lufthunderter" auf der Autobahn zwischen Walserberg und Golling seinen ersten Geburtstag feiern. Er gilt, wenn bestimmte Messwerte überschritten werden. Wer dann zu schnell fährt, dem wird besonders tief in die Tasche gegriffen. Bisher cashte das Land über eine halbe Million Euro ab.

Es sind vor allem zwei Dinge, die Salzburgs Autofahrer und Pendler in Rage bringen: Tempo 100 scheint auf der Tauernautobahn bis Golling fast immer zu gelten und wenn sie zu schnell fahren, hagelt es eine sehr teure Strafe. Denn: Geschwindigkeitsüberschreitungen werden nach dem Immissionsschutzgesetz- Luft (IG- L) teurer geahndet als nach der Straßen- Verkehrsordnung. Was die wenigstens wissen: Genau diese Gelder fließen zu 100 Prozent in die Landeskasse.

Tempo 100 auch bei guter Luft

Bisher waren es in weniger als einem Jahr 550.000 Euro. "Zweckgebunden für den Umweltschutz", heißt es aus dem Büro Blachfellner. Die teuren Strafen brachten viele Autofahrer dazu, selbst zu recherchieren und siehe da: Obwohl der Luftgütebericht für den 4. September 2009 – nur ein Beispiel – super war, galt der "Lufthunderter". Und so geht es weiter mit den Stichproben: immer passten die Werte, aber Tempo 100 galt.

Die Erklärung dafür hat Dipl.–Ing. Alexander Kranabetter vom Referat Immissionsschutz: "Die Anlage ist so geschaltet, dass ein Langzeitgrenzwert des Stickstoffdioxid nicht überschritten wird. Man will langfristig gesehen den Wert senken. Die Anlage ist so angelegt, dass sie zirka zu 50 Prozent Tempo 100 anzeigt."

150 Euro Strafe für 130 km/h

Die Autofahrer wissen das natürlich nicht, ärgern sich jeden Tag auf’s Neue und zahlen wenn sie 130 km/h statt 100 fahren rund 150 Euro. Dabei fällt auf, dass Salzburg den Strafrahmen besonders gerne nach oben ausreizt, im Vergleich zu anderen Bundesländern.

Mit dem Tempolimit zugunsten des Umweltschutzes hat sich auch der Rechnungshof Salzburg schon beschäftigt. Darin heißt es, dass es durch die Abschaffung des fixen Lufthunderters vor einem Jahr zur Verringerung der Einnahmen des Landes kommen kann. Vielleicht ein weiterer Grund, warum das Tempolimit so oft wie möglich gilt und die Strafgelder weiter in Strömen fließen.

von Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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