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19.08.2017 - 06:28
Foto: Repro Tschepp

Blitzeinbruch in Elektromarkt - Litauer verurteilt

10.02.2010, 12:31
Im August des Vorjahres sind sogenannte "Rammbockeinbrecher" mit einem gestohlenen Auto durch die Tür eines Salzburger Elektromarkts gerast und haben binnen eineinhalb Minuten 118 Kameras gestohlen. Am Mittwoch wurde ein aus Litauen stammendes Mitglied dieser Bande in Innsbruck zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Ein Innsbrucker Schöffengericht verurteilte den Mann, nachdem er eine derartige Tat auch in Tirol geplant hatte. Der 26- jährige "Soldat" beziehungsweise "Läufer" einer in ganz Europa tätigen kriminellen Organisation hatte sich schuldig bekannt. Das Urteil war vorerst aber noch nicht rechtskräftig.

"Die Delikte sprechen von einer hohen, kriminellen Intensität", begründete Richter Michael Pilgram das Urteil. Die Strafe solle auch generalpräventiv für andere Gruppierungen wirken und zeigen, dass "Österreich nicht das Paradies ist, in dem man sich einfach so bedienen kann".

Einiges auf dem Kerbholz

Der Litauische Staatsbürger wurde der kriminellen Organisation, des teils vollendeten, teils versuchten gewerbsmäßigen schweren Diebstahls durch Einbruch und des Vergehens des unbefugten Gebrauchs von Fahrzeugen schuldig gesprochen. Beim Bemühen, ein Polizeiauto bei der Verfolgungsjagd auf der Inntalautobahn abzudrängen, sei es laut Pilgram beim Versuch des Widerstandes gegen die Staatsgewalt geblieben.

Auch in Schweden und Belgien tätig

Mit bis zu zweieinhalb Millionen Euro bezifferte Staatsanwältin Christine Brucker den auf diese Weise in westeuropäischen Ländern wie Schweden und Belgien entstandenen "Entwendungsschaden". Bisher seien rund 35 Personen im Zusammenhang mit derartigen Blitzeinbrüchen namentlich bekannt. Bei dem in der Nacht des 14. August 2009 verübten "Rammbockeinbruchs" in Salzburg hatten die Täter innerhalb von eineinhalb Minuten Beute im Wert von 88.500 Euro gemacht. Der Sachschaden wurde mit 25.000 Euro beziffert. Ähnliche Einbrüche waren in Wels in Oberösterreich sowie in Innsbruck geplant.

Von Zeugin beobachtet

Der Mann war am 8. November 2009 gegen 2.00 Uhr von einer Frau in Innsbruck beim Aufbrechen eines Pkw beobachtet worden. Sie verständigte die Polizei, worauf die Fahndung auf der A12 bis Jenbach (Bezirk Schwaz) erfolgte und der 26- Jährige festgenommen werden konnte. Er habe vorerst alles geleugnet, legte aber schließlich ein umfangreiches Geständnis ab und gab die Mittäter sowie die von Litauen aus agierenden "Bosse" namentlich bekannt.

Tat bereut
Ihm seien 1.000 Euro als "Entlohnung" versprochen worden, erhalten habe er bisher kein Geld. "Mein Mandant hat wesentlich zur Aufklärung dieser Verbrechen und zur Identität der 'Köpfe' und der anderen beigetragen", sagte Verteidiger Norbert Stütler im Schlussplädoyer. Der geknickt wirkende Mann hatte im Anschluss "bereut, was er gemacht habe. Ich bekenne mich für alles schuldig und bitte um ein mildes Urteil."

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