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26.07.2017 - 23:09
DIe Saison lief bis 12. März. Von Mitte Jänner bis dahin wurde der Umsatz vom Vorjahr erreicht.
Foto: Markus Tschepp

Alles ist möglich: Von Neustart bis Ausverkauf

27.03.2017, 07:09

Freitag, 31. März, 9 Uhr Landesgericht Salzburg. Die Schicksalsstunde für das Skigebiet Gaißau- Hintersee. Auf Juristendeutsch findet die Prüfungs- und Sanierungsplantagsatzung statt. Die 70 Gläubiger entscheiden, ob sie mit 20 Prozent ihres Geldes zufrieden sind. Es könnte aber noch ein höheres Angebot kommen.

Zumindest hoffen das einige der Gläubiger, denn von Seiten des Haupteigentümers Zhonghui Wang (75 Prozent) aus China gab es Signale in diese Richtung, wenn die Saison gut läuft. Und das ist sie. "Erst ab Mitte Jänner wurde in die Masse gewirtschaftet, zum Skifahren ging es dann bis 12. März. Dann mussten wir zusperren, ich bin verpflichtet, wirtschaftlich zu bleiben", sagt Masseverwalter Dr. Wolfgang Hochsteger. In diesen kurzen zwei Monaten erwirtschafteten die fleißigen Mitarbeiter einen Umsatz von zirka 1,1 Millionen Euro, Salzburger und Oberösterreicher erwiesen sich als treue Gäste. "Es hat vom Anwalt des Eigentümers geheißen, dass er uns ein neues Angebot auf den Tisch legt. Bisher ist das nicht passiert", sagt Hermann Höllbacher, Obmann der Agrargemeinschaft Spielbergalpe.

20 Grundstücksbesitzer sind dort vereint, sie gehören genau so zu den Gläubigern wie unter anderem die Bundesforste, Privatpersonen und Raiffeisenverband. Die Entscheidung am Freitag falle nicht leicht, bestätigt Höllbacher, man hat am 29. März eine Versammlung einberufen, in der entschieden wird, wie am Freitag abgestimmt wird. "Lieber ein Vertrag mit dem Chinesen, als gar keinen", bringt Höllbacher es auf den Punkt. Die Enttäuschung über den als "Heilsbringer" angekündigten Schmuckmagnaten aus Fernost ist aber enorm, das Vertrauen komplett weg. Seit zwei Jahren wurde immer wieder versprochen, kräftig zu investieren, aber die Gaißau- Hinterseer bekamen nur so viel Geld, um knapp über die Runden zu kommen. Vier schneearme Winter hintereinander verschärften die Situation. Als dann in den Weihnachtsferien 2016/17 genug Schnee lag, aber kein "Go" für den Skibetrieb aus China, machte sich Panik breit.

Hotelier Albert Ebner ist einer der drei einheimischen Miteigentümer, ihm gehören zehn Prozent.
Foto: Markus Tschepp

Investor will Schulden los werden

Erst recht als Mitte Jänner Insolvenz angemeldet wurde. 1,3 Millionen Euro Schulden will der Investor dadurch los werden. Stimmen die Gläubiger am Freitag einer Einigung zu, ist ihm das gelungen. Aber selbst wenn, es gibt noch einen Haken: Zhonghui Wang will sich ins Gebiet einkaufen, erst dann investieren. Wollen das die Grundstücksbesitzer überhaupt? "Man hört so einiges, aber es gibt anscheinend welche, die bereit dazu wären", weiß Hermann Höllbacher. Ein Ausverkauf unserer Heimat? Dagegen sträuben sich viele, wünschen sich eine einheimische Lösung.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

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