Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
21.07.2017 - 23:53
Foto: Martin A. Jöchl

Ehepaar in NÖ ermordet: Lebenslang für 37- Jährigen

16.05.2014, 13:10
Am Landesgericht Korneuburg hat sich am Freitag ein 37-jähriger Slowake wegen Doppelmordes und schweren Raubes verantworten müssen. Der Mann hatte im Dezember 2011 ein Ehepaar in dessen Haus im niederösterreichischen Marchfeld erschlagen bzw. erstochen. Anschließend erbeutete er mehrere Gegenstände und versetzte diese um 4.000 Euro. Der 37-Jährige wurde - nicht rechtskräftig - zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Laut Anklage wollte der Slowake am 12. Dezember 2011 mit der Bahn von Wien nach Bratislava fahren. Weil er kein Ticket hatte, wurde er vom Schaffner in Obersiebenbrunn aus dem Zug gewiesen. Auf der Suche nach Geld geriet er in Bahnhofsnähe in das Haus, wo es zu der Bluttat kam. Das Tor zum Haus des Ehepaares war nicht versperrt gewesen, verlas Richter Manfred Hohenecker eine frühere Aussage. Der Angeklagte sah Licht, bat die Bewohner um Geld und wurde abgewiesen.

Richter: "Sie waren im Blutrausch"

Als der 76- jährige Hausbesitzer danach in den Schuppen ging, folgte ihm der Slowake. Der damals 34- Jährige schnappte eine Rohrzange und erschlug den Pensionisten von hinten. "Sie haben ihm von hinten den Schädel eingeschlagen, als der Mann schon in gebückter Haltung war", so Hohenecker. Und: "Sie waren im Blutrausch."

Im Haus stach der Slowake dann auf die Ehefrau ein und raffte Schmuck, Münzen, sogar eine Mundharmonika aus dem Nachtkästchen und ein Handy an sich, über das er später ausgeforscht wurde. Seine Beute versetzte der Mann später um 4.000 Euro in Bratislava. Am Tag nach der Bluttat fand einer der beiden Söhne seine toten Eltern.

Täter stach 26 Mal auf 80- Jährige ein

Gerichtsmediziner Wolfgang Denk zufolge starb der 76- Jährige an einem Schädel- Hirn- Trauma. Auf die Frau hatte der Slowake insgesamt 26 Mal eingestochen. Die 80- Jährige lag im Vorraum auf dem Rücken, das Telefon war heruntergerissen, überall war Blut: Das deute darauf hin, was sich abgespielt hat, verwies der Sachverständige darauf, dass sich die Frau zu wehren versucht hatte. Das bewiesen auch Durchstiche an den Händen.

19 Stich- und Schnittwunden wurden am Schädel gezählt, eine oberhalb des Brustbeins, sechs am Hals. Tödlich sei die Durchtrennung der Halsschlagader gewesen, so Denk.

Im Prozess bekannte sich der Angeklagte schuldig. Er tue sich jedoch sehr schwer, über die Tat zu reden, erklärte die Dolmetscherin. Er könne sich auch nicht erinnern, wie er an die Rohrzange gekommen sei, mit der er den 76- Jährigen tötete.

Slowake beging in Heimat "fast die gleiche Tat"

Staatsanwalt Thomas Ernst verwies im Prozess darauf, dass der Beschäftigungslose in der Slowakei "fast die gleiche Tat" begangen hatte. Dort verbüße der Mann bereits eine 25- jährige Freiheitsstrafe. Für die Verhandlung in Österreich war er von der Slowakei ausgeliefert worden. Er habe es noch nie so einfach gehabt, meinte Ernst in seinem Schlussvortrag: "Es geht um die Frage lebenslang oder nicht", wandte er sich an die Geschworenen.

Für Verteidiger Rudolf Lind gab es nichts zu beschönigen oder zu bestreiten, er betonte, dass der Beschuldigte zugebe, zwei Menschen getötet zu haben. Es werde abzuwägen sein, ob die Tat besonders schwer wiege, also eine lebenslange Strafe erfordere oder nicht.

Die Geschworenen bekannten den Angeklagten einstimmig für schuldig und verurteilten ihn zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe. Der Anwalt meldete Berufung an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig. Solange die Entscheidung nicht rechtskräftig ist, bleibt der Angeklagte in Österreich inhaftiert. Die in Österreich verhängte Zusatzstrafe soll er dann in seiner Heimat verbüßen.

16.05.2014, 13:10
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2017 krone.at | Impressum