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23.05.2017 - 19:44
Ban Ki Moon und Bundespräsident Heinz Fischer beim Wandern in Österreich
Foto: APA/DRAGAN TATIC

Ban: "Österreich wurde mein zweites Heimatland"

07.11.2014, 16:50
UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht im "Krone"-Interview (2. Teil) über Brennpunkte der Weltpolitik und outet seine Zuneigung zu Austria, das er in Wien in einem Versprecher Australia genannt hatte ("Ich weiß natürlich: keine Kängurus in Austria").

"Krone": Herr Generalsekretär, Sie waren vor Ihrem Job in New York südkoreanischer Botschafter in Wien. Man sagt Ihnen eine besondere Beziehung zu Österreich nach. Stimmt das?
Ban Ki Moon: Österreich ist mein zweites Heimatland geworden. Ich sage immer: Ich habe mein halbes Herz in Wien gelassen und komme jetzt immer nachschauen, ob es noch da ist. Die besondere Beziehung hat natürlich auch einen beruflichen Hintergrund. Ich danke dem Volk und der Regierung Österreichs für die starke Unterstützung der Angelegenheiten der UNO.

"Krone": Kommen wir zum Weltgeschehen: mehr Krisen denn je, und die schockierendste ist dieser sogenannte Islamische Staat. Der UNO- Sicherheitsrat schweigt. Ist das nicht peinlich?
Ban: Natürlich wäre es besser gewesen, der Sicherheitsrat hätte beizeiten eine gemeinsame Haltung gefunden. Ich dränge auf eine internationale Solidarität, die notwendig wäre, um sich dem Terrorismus- Phänomen entgegenzustellen. Jetzt haben wir militärische Maßnahmen, aber diese können nicht alle Fragen lösen, zum Beispiel die ernste Frage, wie der Terror so breite Wurzeln schlagen konnte.

"Krone": Der zweite Hotspot ist die ewige Nahostkrise zwischen Israel und Palästinensern. Ohne Verhandlungen kehrt die Gewalt immer wieder zurück. Müssen wir die Hoffnung auf eine Lösung aufgeben, wenn sogar die USA nichts mehr erreichen können?
Ban: Ich habe im Sommer die furchtbaren Zerstörungen durch den Krieg, den dritten in sechs Jahren, gesehen. Dieser Krieg muss der letzte gewesen sein! Beide Seiten müssen eine Verhandlungsatmosphäre schaffen, denn die Probleme sind bekannt. Sie liegen auf dem Tisch.

"Krone": Den Atomverhandlungen mit dem Iran in Wien bleibt bis zum 24. November nicht mehr viel Zeit.
Ban: Ich habe Präsident Hassan Rohani zu Flexibilität gedrängt, denn eine Lösung würde dem Iran den Weg in eine gedeihliche Zukunft ebnen. Außerdem würde ein positiver Verhandlungsabschluss ein für alle Mal diese Atomfrage vom Krisenkalender nehmen.

"Krone": Die iranische Regierung sagt, sie sei bereit, an stabilisierenden Bemühungen in der Region teilzunehmen, wenn man sie dazu einlädt. Andere Staaten wie Israel und die USA sagen, das mache keinen Sinn, denn der Iran sei das Problem, nicht die Lösung.
Ban: Ich bin im Prinzip für einen "inklusiven Dialog" bei den Bemühungen um Stabilität in dieser Region. Der Iran ist ein wichtiger Akteur. Das erfordert auch das Schaffen von Vertrauen.

07.11.2014, 16:50
Kurt Seinitz, Kronen Zeitung
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