Werbung
Willkommen
|
Facebook Twitter Google Plus
09.12.2016 - 16:33
Foto: Martin A. Jöchl (Archivbild)

Asyl: Diakonie- Direktor fordert mehr Mut

05.10.2014, 12:33
Diakonie-Direktor und "Krone"-Kolumnist Michael Chalupka fordert von den Bürgermeistern "mehr Mut" bei der Unterbringung von Asylwerbern. Eine wirkliche Krise angesichts der Flüchtlingsströme aus Krisenregionen sieht er derzeit nicht, sagte er in der ORF-"Pressestunde" am Sonntag. Zudem forderte er abermals eine umfassende Reform des Asylwesens etwa bei den Arbeitsmöglichkeiten als auch bei Integrationsmaßnahmen.

Manche Bürgermeister würden sich nach wie vor "fürchten", in ihren Kommunen Asylwerber unterzubringen, meinte Chalupka. "Es braucht einen Dialog mit den Bürgermeistern, mit der Bevölkerung", forderte er. Allerdings brauche es auch eine Erhöhung der Tagessätze, der Mietersatz sei nach wie vor zu gering, um ein Anreiz für potenzielle Quartiergeber zu sein. Auch die Beschäftigungsmöglichkeiten für - teils sehr gut ausgebildete - Flüchtlinge fehlten weiterhin. Chalupka: "Weil dann können sie für sich selbst sorgen und belasten nicht die Grundversorgung."

Was das von Innenministerin Johanna Mikl- Leitner angekündigte neue Verteilungssystem von Asylwerbern über die Bundesländer betrifft, zeigt sich Chalupka skeptisch. Die Betroffenen hätten es dann zugleich schwerer, in Privatquartieren unterzukommen. Dass nun die Kirchen von der Politik zusätzlich in die Pflicht genommen wurden, kritisierte er ebenso. Der Appell an die einzelnen Pfarrgemeinden, Quartiere zu schaffen, sei meistens "eine Ausflucht der Politik". Man verfüge schlicht nicht über die geeignete Infrastruktur neben Kirche und Gemeindesaal.

Islamgesetz: Kritik an "Art und Weise"

Nicht zufrieden ist Chalupka auch mit der Art und Weise, wie der Entwurf zum neuen Islamgesetz von der Regierung präsentiert wurde - nämlich angeblich ohne Abstimmung mit der Glaubensgemeinschaft selbst. Dass man darin von Muslimen ein Bekenntnis zum Rechtsstaat einfordere sei zudem absurd, da dies von jedem Bürger verlangt werde. "Es spricht ein bisschen Misstrauen heraus, dass islamische Bürger ein Problem mit dem Staat hätten", so der Diakonie- Direktor. Als positiv bewertete er die darin fixierte Schaffung einer islamisch- theologischen Fakultät an der Universität Wien. Die Debatte um einen einheitlichen Koran im Vorfeld sei wiederum kontraproduktiv gewesen.

Sehr viel erwartet sich Chalupka zur anlaufenden Enquete "Würde am Ende des Lebens". Eine verfassungsrechtliche Verankerung des Sterbehilfe- Verbots wünscht er sich aber nicht. Dies würde lediglich die Diskussion über das Thema "abwürgen". In besonders tragischen Fällen müsste man abwägen: "Es ist evangelische Tradition, dass wir davon ausgehen, dass es in bestimmten Fällen kein absolut richtig und absolut falsch gibt." Chalupka warnte vielmehr davor, die Patientenverfügung auszuhöhlen und ist weiterhin für einen Ausbau der Palliativmedizin in Österreich.

Status quo als Gefahr in der Pflege

Auch im Pflegebereich wünscht sich Chalupka Verbesserungen durch "kreativere Lösungen". Zwar gebe es durch den Pflegefonds bis 2018 "keine unmittelbaren finanziellen Sorgen", es bestehe jedoch die Gefahr, den Status quo weiterzuschreiben. "Es wird an der Struktur nichts geändert", so der Diakonie- Chef, andere Instrumente wie etwa Tagesheime seien vermehrt gefragt. Das Berufsbild des Pflegers gehöre attraktiver gemacht, Einrichtungen flächendeckend zur Verfügung gestellt, wofür sich die Länder besser koordinieren müssten.

Ein weiteres persönliches Anliegen des Diakonie- Direktors ist die "inklusive Schule", in der sowohl Menschen mit als auch ohne Lernschwächen unterrichtet werden und Sonderschulen somit überflüssig machen soll. Dieses Modell sei in der Steiermark umgesetzt. Chalupka: "Warum das in den anderen Bundesländern Sozialromantik sein soll, verstehe ich nicht."

05.10.2014, 12:33
AG/red
Kommentare  
Kommentare sortieren nach:
km_num_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
Antworten sortieren nach:
km_antworten_com
km_datum_formatiert_com
von km_nickname_text_com  
km_text_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_notify_status(Object({'object_id':km_object_id_com}))"); km_kmcom_js_end_com
km_kmcom_js_begin_com kmcom_add_trigger("readcomplete","kmcom_set_delete_status(Object({'object_id':km_object_id_com, 'status':km_status_com}))"); km_kmcom_js_end_com
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).
Werbung
Werbung
Meistgelesen
Meistkommentiert
Werbung
Angaben gem ECG und MedienGesetz: Medieninhaber, Hersteller und Herausgeber bzw. Diensteanbieter
Krone Multimedia GmbH & Co KG (FBN 189730s; HG Wien) Internetdienste; Muthgasse 2, 1190 Wien
Krone Multimedia © 2016 krone.at | Impressum