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05.12.2016 - 04:20
Nicolas Sarkozy und Carla Bruni
Foto: AFP

Frankreich: Sarkozy will wieder Präsident werden

22.08.2016, 16:37

Frankreichs Ex- Staatschef Nicolas Sarkozy will bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr den Elysee- Palast zurückerobern. "Ich habe mich entschlossen, bei der Präsidentschaftswahl 2017 zu kandidieren", schreibt der konservative Politiker in einem Buch, dessen Einband er am Montag über Twitter verbreitete. Der 61- Jährige wird zunächst im November Vorwahlen des konservativen Lagers für sich entscheiden müssen.

"Frankreich verlangt, dass man alles für es tut", heißt es in dem Buch mit dem Titel "Tout pour la France" (Alles für Frankreich). "Ich habe gespürt, dass ich die Kraft habe, diesen Kampf zu einem so stürmischen Zeitpunkt unserer Geschichte zu führen."

Als die fünf größten Herausforderungen der kommenden fünf Jahre nennt Sarkozy die "Wahrheit" im Umgang mit den Wählern, die französische Identität, die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft, die staatliche Autorität und die Freiheit.

Sarkozy stand bereits von 2007 an fünf Jahre lang an der französischen Staatsspitze. 2012 verlor er die Präsidentschaftswahl gegen seien sozialistischen Herausforderer Francois Hollande. Nach einer Auszeit kehrte er 2014 in die Politik zurück und wurde im selben Jahr an die Spitze der konservativen Oppositionspartei UMP - inzwischen umbenannt in Die Republikaner - gewählt.

Nicolas Sarkozy
Foto: AFP

Um bei den Vorwahlen des konservativen Lagers am 20. und 27. November antreten zu können, muss Sarkozy das Amt des Parteivorsitzenden abgeben. Er tat dies nach Angaben seines Umfelds noch am Montag. Partei- Vize Laurent Wauquiez, ein Vertrauter Sarkozys, soll die Partei übergangsweise führen.

Frankreichs Konservative bestimmen ihren Präsidentschaftskandidaten in diesem Jahr erstmals in einer Vorwahl. Neben Sarkozy gibt es eine Reihe weiterer Bewerber. Als schärfster Konkurrent des Ex- Staatschefs gilt der frühere Premierminister Alain Juppe: Der Bürgermeister von Bordeaux kommt insbesondere bei Wählern der Mitte besser an als Sarkozy. In Umfragen liegt der zehn Jahre ältere Juppe vor Sarkozy, dieser konnte den Abstand zuletzt aber verkleinern.

Sarkozy und First Lady Carla Bruni bei einem Staatsempfang im Elysee-Palast 2011.
Foto: IAN LANGSDON/EPA/picturedesk.com

Sarkozy fährt unter anderem in der Sicherheits- und in der Einwanderungspolitik einen scharfen Kurs, pocht auf die Autorität des Staates und die Bewahrung einer französischen Identität. Gegner werfen ihm deswegen vor, Anleihen bei der rechtsextremen Front National (FN) von Marine Le Pen zu machen. Nach den islamistischen Anschlägen in Nizza und auf eine Kirche sprach er sich für drastische Gesetzesverschärfungen im Anti- Terror- Kampf aus.

Sarkozy und Gattin Carla Bruni bei einem Urnengang im März 2014.
Foto: APA/EPA/YOAN VALAT

Mit seinem politischen Kurs und seiner aufbrausenden, häufig aggressiven Art hatte er viele Franzosen gegen sich aufgebracht. In Umfragen gaben wiederholt mehr als zwei Drittel der Franzosen an, sie wollten nicht, dass Sarkozy erneut Präsident wird.

Der Konservative profitiert aber von der Unbeliebtheit seines Nachfolgers Hollande. Ob der Sozialist bei der Wahl 2017 für eine zweite Amtszeit kandidiert, ist unklar - er will bis Jahresende seine Entscheidung verkünden. Umfragen zufolge würde er es nach derzeitigem Stand nicht einmal in die Stichwahl schaffen.

Foto: IAN LANGSDON/EPA/picturedesk.com

Die wichtigsten Stationen in Sarkozys politischer Karriere:

  • 1955: Sarkozy kommt am 28. Jänner in Paris zur Welt.
  • 1983: Mit nur 28 Jahren wird Sarkozy Bürgermeister der noblen Pariser Vorstadt Neuilly- sur- Seine.
  • 1988: Der konservative Politiker zieht als Abgeordneter in die Nationalversammlung ein.
  • 1993: Der 38- jährige wird Haushaltsminister, es ist sein erster Ministerposten.
  • 2002: Sarkozy wird unter Staatschef Jacques Chirac Innenminister, später Wirtschafts- und Finanzminister und dann erneut Innenminister.
  • 2007: Als Kandidat der konservativen Partei UMP gewinnt Sarkozy die Präsidentschaftswahl gegen die Sozialistin Segolene Royal.
  • 2012: Bei der Präsidentschaftswahl unterliegt der Amtsinhaber seinem sozialistischen Herausforderer Francois Hollande und zieht sich vorübergehend aus der Politik zurück.
  • 2014: Nach seiner Rückkehr in die Politik wird Sarkozy zum Parteivorsitzenden der später in Republikaner umbenannten UMP gewählt.
  • 2016: Sarkozy verkündet am 22. August seine Bewerbung als Präsidentschaftskandidat an. Die Vorwahlen des konservativ- bürgerlichen Lagers sind auf den 20. und 27. November angesetzt.

22.08.2016, 16:37
AG/red
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